Das Simon Wiesenthal Center: Bewahren der Erinnerung an den Holocaust

6. Juni 2006, 16:01
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Hauptsitz in Los Angeles - Außenstelle in Israel spürt vor allem NS-Kriegsverbrecher auf

Wien - Die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren ist das Ziel des Simon Wiesenthal Centers (SWC), einer internationalen jüdischen Menschenrechtsorganisation mit Hauptsitz in Los Angeles (USA). Das SWC will Toleranz und Verständnis fördern und gesellschaftliche Probleme wie Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus oder Genozid bekämpfen. Seit der Gründung 1977 ist Rabbi Marvin Hier der Leiter des Centers. Benannt ist die Einrichtung nach Simon Wiesenthal, selbst KZ-Überlebender, der sein Leben nach 1945 der Jagd auf NS-Kriegsverbrecher widmete.

Die Organisation beschäftigt sich mit der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechern, der Bildung über Holocaust und Erziehung zu Toleranz, den Entwicklungen im Mittleren Osten und der Bekämpfung von Neo-Nazismus und Hass im Internet. In New York, Toronto, Miami, Jerusalem, Paris und Buenos Aires gibt es Außenstellen der Organisation, die sich jeweils mit Schwerpunktthemen befassen und die darüber hinaus die Aktionen des SWC in die Regionen der Welt transportieren und ausweiten sollen.

So fördert das Büro in New York die Arbeit des Centers mittels Bildungs- und Medienprojekten, das Büro in Miami betreibt etwa den Großteil der Öffentlichkeitsarbeit. Das Zentrum in Toronto hat sich zu einer führenden Institution in den Bereichen Volksbildung und Sozialforschung in Kanada entwickelt. Die Außenstellen Lateinamerika und vor allem Israel konzentrieren sich darauf, Nazi-Kriegsverbrecher zu finden und vor Gericht zu stellen. So überzeugte erst das SWC viele Regierungen davon, Gesetze zur Verfolgung von Nazis zu beschließen. Das Büro in Jerusalem befasst sich mittlerweile auch mit Aufarbeitung der Geschichte und Bekämpfung des wachsenden Antisemitismus. Auch die Pariser Außenstelle arbeitet Themen wie diese auf und betreibt Öffentlichkeitsarbeit in Europa. (APA)

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