Grüne: Grasser spart ÖBB mit falschen Zahlen kaputt

18. September 2003, 14:11
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Lichtenberger: Finanzminister soll seinen "Bundesrechenstift" aus der Hand geben

Linz - Die Grünen schießen sich sich immer stärker auf Finanzminister Karl-Heinz Grasser ein. Die Grüne-Verkehrssprecherin Eva Lichtenberger erklärte am Rande der Klubtagung in Linz im Gespräch mit der APA, Grasser agiere bei den ÖBB mit falschen Zahlen und nehme "ein Kaputtsparen" der Bahn in Kauf. Damit sei Grasser aber auch schuld an der steigenden Verkehrsproblematik der Zukunft.

Lichtenberger wörtlich: "Ihm ist keine Zahlenspielerei zu schmutzig, wenn es darum geht, ideologisch motivierte Einsparungen zu rechtfertigen". Die immer wieder kolportierten 4,4 Mrd. Euro Zuschüsse seien in Wahrheit ein "absoluter Witz". Jedenfalls sei es für einen Finanzminister "unzumutbar" so zu agieren. Grasser sollte seinen "Bundesrechenstift aus der Hand legen", forderte Lichtenberger indirekt den Rücktritt des Ressortchefs.

Vorgangsweise höchst fahrlässig

Sie kritisierte, dass die Vorgangsweise Grassers höchst fahrlässig sei. Ein Ausbau der Bahn sei absolut notwendig, weil künftig nicht weniger, sondern mehr Mobilität von den Leuten verlangt werde. Außerdem sei dies auch eine Forderung der Regierung, die sich hier selbst an der Nase nehmen müsste.

Darüber hinaus biete die EU-Erweiterung ein großes Wachstumspotenzial bei der Schiene. Hier müsste man aber in die Bahn investieren, denn wenn dort erst einmal der Straßenbau forciert werde und der gleiche Fehler wie in Westeuropa passiere, sei der Zug abgefahren, meint Lichtenberger. (APA)

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