"Big Brother" in Suburbia

22. September 2003, 19:19
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Britisches Künstlerpaar macht in "2.4 Project" ihr Mittelklasse-Dasein zum Kunstprojekt

London - Ein britisches Künstlerpaar hat sein Mittelklasse-Dasein in Londoner Stadtteil East Finchley zum Kunstprojekt erhoben. Es gehe darum, "den Begriff der Mittelklasse-Familie und des häuslichen Raumes in Frage zu stellen oder zu untermauern", zitierte die Zeitung "The Daily Telegraph" am Montag. Die Künstler Daniel (37) und Eti (34) Wade lassen sich und ihre Söhne Mikha'el (10) und Yonatan (3) im Rahmen einer "Haus-Kunst-Installation" beim täglichen Leben beobachten: Essen, Streiten, Fernsehen, Schlafen.

2,4 Kinder hat die Mittelklasse Familie im Durchschnitt

Die Installation trägt den Titel "2.4 Project", nach der durchschnittlichen Kinderzahl in Mittelklasse-Familien. Zutritt wird dem Bericht zufolge nur nach persönlicher Einladung per Email gewährt, dann aber im gesamten Haus. Nur dem zehnjährigen Mikha'el sei es zugestanden, dass er ab und zu seine Zimmertür schließt. Bis zu 50 Besucher will die Künstlerfamilie pro Tag empfangen, in kleinen Grüppchen zu vier oder fünf Kunstfreunden, die beim Betreten des Hauses mit einigen Regeln vertraut gemacht werden: Schuhe ausziehen und die Bewohner des Hauses nicht bei ihren Verrichtungen stören. (APA)

  • Artikelbild
    foto: 2point4project.org.uk
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