Spiegel ruft zum Kampf gegen Rechtsterrorismus auf

17. September 2003, 19:10
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Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland ortet "mangelndes Bewusstsein in der Öffentlichkeit"

Berlin - Der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat alle gesellschaftlichen Gruppen zum Kampf gegen den "Rechtsterror" aufgerufen. In einem Interview des Deutschlandfunks sagte Spiegel am Montag mit Blick auf die Attentatspläne mutmaßlicher Rechtsterroristen in München, es sei etwas aufgedeckt worden, "wovor wir schon lange gewarnt haben". Er verwies auf Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, nach denen rechtsextremistische Straf- und Gewalttaten stetig zunähmen.

Spiegel beklagte ein mangelndes Bewusstsein in der Öffentlichkeit: "Bis aber die Mehrheit dieses Landes endlich begreift, dass solche Angriffe nicht gegen Juden sind, ... sondern ein Angriff auf die Demokratie und auf die Menschlichkeit in diesem Lande, so lange werden solche Gruppen erfolgreich agieren können."

Spiegel sagte, der vom deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeforderte "Aufstand der Anständigen" sei nicht durchgängig sichtbar. Er appelliere an alle Politiker und an alle gesellschaftlichen Gruppen, sich dieser Aufgabe bewusst zu werden. "Es geht dabei nicht darum, uns Juden zu schützen. Es geht darum, dieses Land vor diesem Rechtsterror zu schützen." (APA/AP/dpa)

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    Paul Spiegel: "'Aufstand der Anständigen' ist nicht sichtbar"

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