Berliner Verteidigungsministerium glaubt nicht an Mängel

13. September 2003, 22:55
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Behauptungen "entsprechen nicht den Tatsachen"

Wien - Das deutsche Verteidigungsministerium geht davon aus, dass die in einem Rohbericht des deutschen Bundesrechnungshofes (BRH) behaupteten Mängel am Eurofighter "nicht den Tatsachen entsprechen". "Wir sind der Auffassung, dass der Eurofighter das kann, was er können soll, aber zurzeit wegen fehlender Zulassungen noch nicht darf", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag auf Anfrage der APA.

Mit Prototypen seien die geforderten Leistungen bereits nachgewiesen worden, aber noch nicht mit Serienflugzeugen. Das Ministerium sei aber optimistisch, dass dies bis zur Aufnahme des "operationellen Flugbetriebes" im nächsten Jahr erledigt sein werde, hieß es in Berlin.

Mängel

Die Ergebnisse des BRH-Rohberichts würden derzeit derzeit mit den Prüfern besprochen, danach werde man die Ergebnisse den Parlamentariern vorlegen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte bereits am vorigen Wochenende daraus zitiert. Statt der geplanten rund 2.500 Stundenkilometer können die Jets demnach nur 2.000 Stundenkilometer schnell fliegen und im Überschallflug auch nicht auf 18.000, sondern nur auf 12.000 Meter aufsteigen.

Herrschten in Bodennähe Dunst und Temperaturen unter fünf Grad, dürften die Jets gar nicht erst abheben. Ebenso wie jetzt das deutsche Verteidigungsministerium hatte auch die Herstellerfirma argumentiert, dass der Eurofighter die geforderten Leistungen sehr wohl erbringen könne, aber aufgrund von noch nicht erbrachten Nachweisen für die Serienflugzeuge noch nicht dürfe.

Österreich ist nach Ansicht von Verteidigungsminister Günther Platter (V) von dem deutschen Rechnungshofsbericht nicht betroffen. Denn bewertet worden sei die erste Tranche der Jets, Österreich werde aber seine 18 Maschinen aus der zweiten Tranche bekommen, hatte Platter argumentiert. Die Notwendigkeit für einen Ausstieg aus dem Vertrag sieht Platter jedenfalls "überhaupt" nicht. Die Opposition fordert einen solchen Ausstieg hingegen vehement. (APA)

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