Bartenstein dämpft Erwartungen

12. September 2003, 16:03
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Es gehe darum, in Cancun "Zeit gut machen" - EU bei Agrar besser als ihr Ruf - Oesterreich schießt 200.000 Euro in Fonds für technische Zusammenarbeit ein

Cancun - Bei der am Donnerstag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im mexikanischen Badeort Cancun beginnenden 5. WTO-Ministerkonferenz gehe es vor allem darum, "weiter Zeit gut zu machen", meinte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Die WTO sei vom Fahrplan von Doha noch weit entfernt. Gleichzeitig warnte Bartenstein davor, die Erwartungshaltung für Cancun zu sehr in die Höhe zu schrauben.

Positiv könne man nach Ansicht des Wirtschaftsministers seit der 4. Ministerkonferenz in Doha (im Emirat Katar) 2001 den leichteren Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten für Entwicklungsländer und die Einigung von EU und den USA für einen gemeinsamen Vorschlag bei den Agrarverhandlungen sehen.

EU "keine neuen Sünden begangen"

Die Europäer seien beim Thema Agrar weit besser als ihr Ruf, betonte der Minister neuerlich. Es habe in der Vergangenheit kaum einen Besuch in einem Entwicklungsland gegeben, bei dem er nicht auf die Agrar-Festung Europa angesprochen worden sei. Europa habe allerdings im Gegensatz zu den USA (dort wurden den Farmern neuen Subventionen zugestanden, Anm.) seit Doha "keine neuen Sünden begangen". Das "Everything but Arms"-Programm und der schrittweisen Marktöffnung auch für Zucker, Reis und Bananen, der EU sei ein großer Schritt. Die EU importiere mittlerweile mehr Agrarprodukte aus den Entwicklungsländern als die USA Kanada und Japan gemeinsam.

Förderung der technischen Hilfe für arme Länder

Bartenstein hat heute zusammen mit dem WTO-General Supachai Panitchpakdi ein Memorandum unterzeichnet. mit dem Österreich weitere 200.000 Euro in einen neuen WTO/Fonds zur Förderung der technischen Hilfe für ärmere Länder einschießt. In den im Zuge der Doha Entwicklungsrunde eingerichtete Doha Development Agenda Global Trust Funds ist mittlerweile mit rund 29,8 Mio. Schweizer Franken (19,2 Mio. Euro) geflossen. Österreich hat im Vorjahr ebenfalls rund 200.000 Euro gespendet. (APA)

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