Deutschland: Stammzellenimport durch Unternehmen genehmigt

15. September 2003, 13:14
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Biotechnologiefirma ProteoSys darf sie zur Weiterentwicklung zu Nervenzellen nutzen

Mainz/Berlin - Erstmals hat ein deutsches Unternehmen die Genehmigung für den Import embryonaler Stammzellen erhalten. Wie das Berliner Robert-Koch-Institut mitteilte, darf die Mainzer Biotechnologiefirma ProteoSys importierte Stammzellen nutzen, um diese zu Nervenzellen weiterzuentwickeln. Anschließend will das Unternehmen an den Nervenzellen die Giftigkeit von Arzneimitteln und Chemikalien erproben.

Nicht alle toxischen Effekte im Tierversuch erkennbar

Die Berliner Behörde erklärte, das Forschungsprojekt von ProteoSys könne zur Klärung beitragen, welche Arzneimittel während der Schwangerschaft die Nerven von Embryonen schädigten. "Wir haben unsere Toxikologieforschung seit Jahren an embryonalen Stammzellen von Mäusen durchgeführt", erklärte Martina Klemm, Leiterin der Zellbiologie bei ProteoSys. Im Tierversuch seien jedoch nicht alle toxischen Effekte erkennbar, die beim Menschen auftreten können.

Der Vorstandsvorsitzende von ProteoSys, Helmut Matthies, sagte, die vom Rober-Koch-Institut erteilte Genehmigung habe eine Laufzeit von fünf Jahren. Er erwarte erste Forschungsergebnisse in zwei Jahren. Proteosys will die embryonalen Stammzellen nach eigenen Angaben aus dem US-Bundesstaat Wisconsin einführen. (APA/AP)

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