Bauern mit deutlich weniger Einkommen

13. September 2003, 00:21
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Einbußen von sechs Prozent je Arbeitskraft - Anteil der öffentlichen Gelder am Unternehmensertrag schon bei 22 Prozent

Wien - Die Bauerneinkommen sind in Österreich 2002 deutlich zurückgegangen: Die Einkünfte je Familienarbeitskraft sanken um 6 Prozent auf 13.685 Euro, geht aus dem "Grünen Bericht" hervor, der heute, Dienstag, von Landwirtschaftsminister Josef Pröll dem Ministerrat vorgelegt wurde. 2001 war das landwirtschaftlichen Einkommen pro Arbeitskraft um 10,9 Prozent gestiegen.

Die Einkünfte je Betrieb lagen 2002 mit 21.389 Euro um sieben Prozent unter dem Wert von 2001. Hauptursache dafür waren Einkommenseinbußen wegen des Preisverfalls bei Schweinen. In der Forstwirtschaft konnten dagegen wegen des gestiegenen Holzeinschlags bessere Erträge erwirtschaftet werden. Nicht in Vergessenheit geraten sollte, dass das Jahr 2002 von regionalen Dürre- und enormen Hochwasserschäden geprägt war, die sich auch auf die Einkommenssituation der Land- und Forstwirte ausgewirkt haben, betonte Pröll in seinem Vortrag an den Ministerrat.

Die größten Einkommenseinbußen mussten 2002 Veredelungsberieb mit einem Minus von 29,1 Prozent hinnehmen, gefolgt von den landwirtschaftlichen Gemischt- und Dauerkulturbetrieben mit minus zwölf Prozent bzw. minus neun Prozent. Bei den Marktfruchtbetrieben lag der Rückgang bei drei Prozent, teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit.

Je höher desto besser

Bei den Bergbauern ging das Einkommen je Familienarbeitskraft um ein Prozent auf durchschnittlich 12.714 Euro zurück. Die Gruppe mit den höchsten Erschwernissen konnte sogar einen Zuwachs von zwei Prozent verzeichnen.

Besser ging es Betrieben mit einen Forstanteil von 25 bis 50 Prozent: Sie konnten ihre Ergebnisse um 4 Prozent steigern.

Die Leistungsabgeltungen und somit öffentlichen Gelder, die den bäuerlichen Betrieben direkt zugute kommen, erhöhten sich 2002 im Durchschnitt je Betrieb. Wesentlichen Anteil an dieser Steigerung hatten die im Rahmen der Agenda 2000 erhöhten Rinderprämien und ÖPUL-Zahlungen (plus fünf Prozent). Insgesamt stieg 2002 im Bundesdurchschnitt der Anteil der öffentlichen Gelder am Unternehmensertrag auf knapp 22 Prozent. Auf ÖPUL-Gelder entfielen 39 Prozent der Subventionen, auf Flächen-, Produkt- und Tierprämien laut GAP 36 Prozent, auf Ausgleichszulagen für Benachteiligte Gebiete 15 Prozent und auf Investitions-, Zinsen- und sonstige Finanzhilfen knapp 10 Prozent.

Größere bewirtschaftete Fläche

Die von den Betrieben bewirtschaftete Fläche nahm - dem langjährigen Trend entsprechend - um 0,4 Hektar oder 1,6 Prozent auf 21,9 ha RLN zu. Ein weiterer leichter Rückgang bei den Arbeitskräften von 0,6 Prozent schwächte das Minus der je Arbeitskraft errechneten Einkommen etwas ab. Durchschnittlich waren 1,56 Familienarbeitskräfte je Betrieb beschäftigt.

Die Investitionen der bäuerlichen Betriebe beliefen sich 2002 dem "Grünen Bericht" zufolge auf 6,8 Mrd. Euro.

Die angespannte Einkommenssituation sei durch gezielte Förderungspolitik zu verbessern, betonte Pröll heute. Wichtige Eckpfeiler seien dabei das ÖPUL sowie erhöhte Investitionsförderung. (APA)

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    Die öffentliche Hand muss immer mehr aushelfen - Nur in der Forstwirtschaft konnten Zuwächse erreicht werden

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