Baskische Frauen brechen mit 300 Jahre alter Tradition

12. September 2003, 20:11
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Erstmals nehmen sie an einem bisher Männern vorbehaltenen Gedenkumzug teil

Hondarribia - Mit der Teilnahme an einem bisher nur Männern vorbehaltenen Gedenkumzug haben baskische Frauen ein mehr als 300 Jahre altes Tabu gebrochen. Unter großen Polizeiaufgebot marschierten am Montag erstmals 20 Frauen bei der "Jaizkibel"-Parade zu Ehren des Sieges der Basken über die französische Armee im Jahr 1638 mit.

In den Vorjahren war es bei dem Umzug in der baskischen Stadt Hondarribia zu Ausschreitungen und Festnahmen protestierender Frauen gekommen, obwohl das Hohe Gericht des Baskenlandes den Frauen bereits 1998 die Teilnahme an dem historischen Umzug erlaubt hatte.

"Frauen in der Parade"

Mit einem Transparent mit der Aufschrift "Für einen nicht diskriminierenden Umzug. Frauen in der Parade" würdigten einige Teilnehmer den mutigen Schritt der Frauen. Allerdings durften sich nur die rund 4.000 Männer als Soldaten verkleiden, die Frauen trugen das Kostüm einer Marketenderin. Dennoch hätten sie "einen großen Schritt nach vorn" gemacht, sagte die Teilnehmerin Ixabel Alkain. "Aber es bleibt noch viel zu tun." Ein großer Teil der 15.000 Einwohner von Hondarribia will noch immer an der Männer-Parade festhalten. (APA/AFP)

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