Skinhead-Konzert fand in Oberösterreich statt

9. September 2003, 16:04
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Ursprünglich für Vorarlberg angekündigt

Wien/Linz - Ein Skinhead-Konzert, das ursprünglich für Vorarlberg angekündigt worden war, fand am vergangenen Samstag stattdessen im oberösterreichischen Vorchdorf (Bezirk Gmunden) statt. Innerhalb weniger Stunden hätten die Veranstalter - vermutlich aus der Neonazi-Szene in Deutschland - das Konzert samt Bands und Besucher von Vorarlberg zum neuen Ort umdirigiert. Die Angaben zu den Besucherzahlen schwanken zwischen 650 - laut Gendarmerie - und 1000 wie in rechtsextremen Internetforen angegeben.

Kritik an Exekutive

Kritik gab es zudem an der Exekutive. Zu wenige Beamte - nämlich zwei Kriminal- und insgesamt 25 uniformierte Beamte - seien im Einsatz gewesen. Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl wies das am Montag zurück: "Wir wurden kurzfristig davon informiert, dass das Konzert bei uns stattfindet. Einsatzzahlen werden nicht genannt, wir hatten aber die selbe Stärke wie die Einsatzkräfte in Vorarlberg gehabt hätten, wenn das Konzert dort über die Bühne gegangen wäre." Wegen strafrechtlich relevanter Inhalte wird ermittelt.

In Vorarlberg war das Konzert endgültig geplatzt, nachdem der Bauer, auf dessen Privatgelände die Veranstaltung stattfinden hätte sollen, seine Zustimmung verweigerte und den Ort mit Jauche bespritzte. Zudem waren die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt worden, nachdem das Konzert zweimal verboten worden war.

Innerhalb kürzester Zeit hätten die Veranstalter den gesamten Tross - nach widersprüchlichen Angaben drei bis zehn Bands, unter anderem aus Großbritannien und den USA - nach Vorchdorf umgeleitet, wo der Gig ohne Genehmigung, ohne Kommissionierung und unter sanitätswidrigen Umständen stattgefunden habe.

In rechtsextremen deutschen Internetforen wurde das Konzert als großer Erfolg gefeiert. "Es war klar, dass dieses Konzert gegen das Verbotsgesetz verstoßen würde", meinte ein Insider in Oberösterreich. Es sei damit zu rechnen, dass Österreich immer mehr zu einer Art "Aufmarschgebiet" deutscher Neonazi-Skins werde. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 9.9.2003)

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