Todeskandidat: "Ich würde sofort wieder morden"

23. Oktober 2003, 14:42
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Vor seiner Hinrichtung wegen des Mords an einem Abtreibungsarzt rief der US-Amerikaner Paul Hill AbtreibungsgegnerInnen zur Gewalt auf

Einen Tag vor der für Mittwoch angesetzten Hinrichtung durch eine Giftspritze hat der Delinquent Paul Hill in einem Interview keine Reue für seine Tat gezeigt. Er hatte 1994 John Britton, einen Arzt an einer Abtreibungsklinik in Pensacola, und den dort beschäftigten Sicherheitsbeamten James Barrett mit einer Pumpgun erschossen.

Er sei von Gott gelenkt worden, sagte der 49-Jährige lächelnd, und weiter: "Ich erwarte eine große Belohnung im Himmel. Je eher ich hingerichtet werde, desto eher komme ich in den Himmel. Ich empfinde kein Bedauern. Ich würde jederzeit wieder morden. Mehr Menschen sollten so handeln wie ich."

Drohbriefe

In der vergangenen Woche hatten mehrere PolitikerInnen im US-Staat Florida, auch Gouverneur Jeb Bush, Drohbriefe von militanten AbtreibungsgegnerInnen erhalten. Bush erklärte, er werde sich nicht einschüchtern lassen. "Ich werde meine tiefen Überzeugungen, die ich (in Bezug auf die Todesstrafe) habe, nicht ändern, weil andere gegensätzliche tiefe Überzeugungen haben", sagte der Bruder von US-Präsident George W. Bush.

Inzwischen haben KritikerInnen der Todesstrafe vor gewaltsamen Reaktionen gewarnt. Man sei besorgt, dass Hills AnhängerInnen dessen Aufruf zur Gewalt folgen könnten, erklärte die Organisation "Alternativen zur Todesstrafe". (AP, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 4.9.2003)

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