Börsen-Pläne punkto Voest kosten 90.000 Kinderbetreuungsplätze

28. August 2003, 12:21
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Bures: Prioritäten klar - Regierung bereit, 300 Millionen Euro zu verschleudern

Wien - "Die Regierung ist ohne mit der Wimper zu zucken bereit, 300 Millionen Euro zu verschleudern. 300 Millionen, mit denen etwa der vom Statistischen Zentralamt erhobene Bedarf an 90.000 Kinderbetreuungsplätzen gedeckt werden könnte", erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Donnerstag. Der Plan, die Voest-Anteile über die Börse zu verkaufen, bringe laut ExpertInnen-Berechnungen rund 300 Millionen Euro weniger Erlös als ein Paketverkauf. Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin stellte weiters klar, dass die SPÖ insgesamt gegen eine Verscherbelung der Voest sei, ein Verkauf über die Börse und damit eine weitere Verluststeigerung sei an Absurdität aber überhaupt nicht mehr zu überbieten.

Die 300 Millionen Euro Verlust, nach alter Rechnung 4,1 Milliarden Schilling, würden fast genau ausreichen, um die fehlenden 90.000 Kinderbetreuungsplätze, ein Platz kostet 3.600 Euro, zu finanzieren. Angesichts dieser Prioritätensetzung der Regierung - "lieber beim Voest-Verkauf hudeln und pfuschen und dafür bei der Kinderbetreuung abwarten und Tee trinken" - könne die Wertediskussion in der ÖVP und die angebliche Sorge um den Nachwuchs nur als "scheinheiliges Sommerpassionsspiel aus der Lichtenfelsgasse" gewertet werden, schloss Bures. (red)

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