Wadlbeißereien zwischen Rot und Grün gehen weiter

26. August 2003, 14:50
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SP-Bundegeschäftsführer Darabos vom "Schongang" der Grünen enttäuscht

Wien - Die Wadlbeißereien zwischen SPÖ und Grünen gehen munter weiter. Nachdem der Grüne Budgetsprecher Werner Kogler vor inflationärem Gebrauch der parlamentarischen Sondersitzungen durch die SPÖ gewarnt hatte, schlug deren Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos zurück: Der "Schongang" der kleineren Oppositionspartei gegenüber der ÖVP sei wohl nur mit dem Wunsch mancher Grüner nach einem "fliegenden Wechsel" in die Regierung zu erklären, ätzte Darabos in einer Pressekonferenz am Freitag.

Beispielsweise hätten die Grünen Innenminister Ernst Strasser (V) in letzter Zeit "mit Glacehandschuhen angefasst". Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz sehe sich scheinbar als "Vize-Innenminister". Auch bei der stellvertretenden Grünen-Chefin Eva Glawischnig sieht Darabos Präferenzen für eine schwarz-grüne Koalition.

"Ich bin sehr enttäuscht von der Oppositionsrolle, wie sie die Grünen verstehen", meinte Darabos und betonte, "dass die SPÖ offenbar die einzige Partei ist, die Kontrollfunktionen wahr nimmt". Er würde sich von den Grünen erwarten, "dass sie sich in Sachfragen unserer Meinung annähern". Schließlich würde auch die Grüne Klientel eine weitere Annäherung an die ÖVP nicht verstehen.

Dass die Sondersitzung der SPÖ zur Steuerreform in der Vorwoche wie von Kogler behauptet schlecht vorbereitet gewesen wäre, wies Darabos zurück: "Besser als diese Sondersitzung kann man eine Sondersitzung nicht vorbereiten. Zeigen Sie mir eine Oppositionspartei in Europa, die ein fertiges Steuerreform-Konzept auf den Tisch legt."(APA)

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