Bedrohung durch Verwüstung und Landverödung

21. August 2003, 18:30
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UNO appelliert vor der Wüstenkonferenz in Havanna an die reicheren Industrieländer

Bonn - Verwüstung und Landverödung nehmen nach UN-Angaben global immer bedrohlichere Dimensionen an. Vor allem Afrika sei von schweren Folgen für die Bevölkerung betroffen, sagte der Direktor des UN-Wüstensekretariats, Hama Arba Diallo, am Donnerstag in Bonn. Er appellierte an die reicheren Industrieländer, sich im Kampf gegen Wüsten und Dürren in Trockengebieten stärker und entschlossener zu engagieren und dies auf der bevorstehenden UN-Wüstenkonferenz in Havanna (Kuba) vom 25. August bis 5. September unter Beweis zu stellen.

"Die Zeit zum Handeln ist gekommen", mahnte Diallo. "Wenn wir weiter warten, sind noch größere Probleme und Katastrophen programmiert." Die betroffenen Länder bräuchten jetzt auch Geld für konkrete Projekte. Auf diesem Gebiet sei bisher zu wenig geschehen.

Verluste

Jedes Jahr gingen zehn Millionen Hektar Land durch Verödung oder Verwüstung verloren, sagte Diallo. Das entspricht dem 1,2-Fachen der Fläche Österreichs. Der weltweite finanzielle Verlust durch Verwüstung und verminderten Bodenertrag sei auf jährlich rund 42 Milliarden US-Dollar (knapp 38 Mrd. Euro) zu beziffern. Mehr als 250 Millionen Menschen seien durch Landverödung betroffen.

In Havanna findet die 6. Vertragstaatenkonferenz des UN-Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung (Desertification) statt. Dem Übereinkommen, das auf den Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 zurückgeht und im Dezember 1996 in Kraft trat, sind inzwischen 190 Länder beigetreten. Es sei zugleich auch "das beste Werkzeug" gegen die Armut, betonte Diallo.

Der Direktor des UN-Wüstensekretariats bedauerte, dass in Havanna zwar rund 100 Minister aus ärmeren Länder erwartet würden, aber nur drei aus Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Beide Seiten müssten zusammenfinden. Verödung und Wüstenbildung seien nicht nur lokale Probleme, sondern müssten von der internationalen Gemeinschaft gelöst werden. (APA/dpa)

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