Aufmarsch der Rechtsextremen

24. August 2003, 18:27
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In Neonazi-Kreisen wird für Demo gegen Ehrengrab-Aberkennung eines NS-Piloten in Wien geworben - Im Vorjahr kam es zum Eklat

Wien - In Wien steht nach Angaben des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW) am Samstag eine Kundgebung rechtsextremer Aktivisten bevor. Ein "Schutzbündnis Soldatengrab" ruft auf deutschen Neonazi-Homepages zu einer Demonstration gegen die Aufhebung der Ehrengrab-Widmung für die Grabstätte des während des NS-Regimes am Zentralfriedhof bestatteten Luftwaffenmajors Walter Nowotny auf. Die linke Szene hat bereits eine Gegendemo angemeldet.

Treffpunkt für die "Neonazi-Demonstration", so das DÖW, ist nach Angaben der Veranstalter der Westbahnhof. Von dort soll der Demonstrationszug zur Parteizentrale der Grünen in der Lindengasse und weiter zur SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße führen, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden soll. Das "Schutzbündnis" zielt damit auf jene Parteien ab, die im Wiener Gemeinderat für die Aufhebung des Ehrengrabs gestimmt haben - DER STANDARD berichtete. Beide Parteien haben Innenminister Ernst Strasser (VP) aufgefordert, die Neonazi-Kundgebung zu verbieten.

Beim Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (frühere Staatspolizei) hieß es am Mittwoch, es liege noch keine Anmeldung für eine Demo gegen die Aberkennung des Ehrengrabs vor. Grundsätzlich müsste das mindestens 24 Stunden vor Beginn der Veranstaltung geschehen.

Einer der Proponenten des "Schutzbündnis Soldatengrab" ist laut DÖW Sascha G., der bereits im Vorjahr als einer der Mitorganisatoren der Kundgebung gegen die Wehrmachtsausstellung am 13. April am Heldenplatz aufgefallen. Damals kam es zu Ausschreitungen, Dutzende Neonazis waren mit "Sieg Heil!"-Rufen durch die Innenstadt marschiert. (APA, simo/DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2003)

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    Der Grabstein des Anstoßes

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