Sahara-Club: Wüstentouristen sind keine leichtsinnigen Abenteurer

22. August 2003, 16:00
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"Jeder Bungee-Sprung ist gefährlicher als eine Reise durch die Sahara" - Beteiligung an Kosten "überhaupt nicht zur Diskussion stellen"

Als "völlig absurd" hat der europaweit agierende Sahara-Club die Darstellung des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach bezeichnet, Wüstentouristen brächten sich "leichtsinnig und um des Nervenkitzels willen in Gefahr". "Sahara-Reisende sind zwar Abenteurer, aber niemals leichtsinnig", sagte der Vorsitzende des Bad Homburger Clubs, Gunter Frenzel, am Dienstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nach der Freilassung der 14 Sahara-Geiseln hatte Bosbach gefordert, Touristen an den Kosten für eine Befreiung zu beteiligen. "Herr Bosbach kennt offensichtlich die Verhältnisse in der Sahara nicht", kritisierte Frenzel. Die Wüste sei ein ganz normales Ferienziel, das auch Familien mit Kindern bereisten. "Jeder Bungee-Sprung ist gefährlicher als eine Reise durch die Sahara", ist Frenzel überzeugt.

"Touren durch die Wüsten erfordern einfach nur spezielle Vorbereitungen." Gut funktionierende Navigationssysteme und Fahrzeuge, sowie ausreichend Wasser, Lebensmittel und eine umfangreiche Reiseapotheke seien die wichtigsten Voraussetzungen für eine Sahara-Reise. "Da sind die Wüsten-Touristen aus eigenem Interesse sehr gewissenhaft." Vor Entführungen wie in Algerien könne man sich nirgendwo auf der Welt schützen.

Beteiligung an Kosten "überhaupt nicht zur Diskussion stellen"

Eine Beteiligung der ehemaligen Geiseln an den Kosten der Befreiung sollten daher nach Ansicht Frenzels überhaupt nicht zur Diskussion stehen. "Die Menschen dort sind in eine unvorhersehbare Ausnahmesituation geraten", sagte er. Es sei eine Frage der Solidarität, den eigenen Mitbürgern zu helfen. "Wir können doch nicht sagen, die lassen wir jetzt da unten in den Händen der Geiselnehmer."

Der im hessischen Bad Homburg ansässige Sahara-Club hat etwa etwa 1.200 Mitgliedern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, sowie aus Libyen, Marokko und Tunesien. Ohne kommerzielle Interessen versteht sich der Verein als Plattform für Informationen von und für Sahara-Touristen. (APA)

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