Prämienpension mit Einmalerlag

31. August 2003, 19:12
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Espa Vorsorge Gold lockt mit "Goldprämie", funktioniert aber nicht via Ansparen

Wien - Bei den Anbietern der staatlich geförderten Pensionsvorsorge, Versicherern wie Fondsgesellschaften, klingeln die Kassen. Zwischen 150.000 und 300.000 Verträge sollen unterschrieben sein.

Die große Nachfrage schürt die Kreativität der Anbieter beim Zusammenstellen der Bausteine für das Produkt, das mit Kapitalgarantie und einer staatlichen Prämie von heuer 9,5 und 2004 von neun Prozent auf eine maximale Einzahlungshöhe von 1851 Euro lockt. Dass die Renditeaussichten sehr bescheiden sind, stört das Publikum offenbar nicht. Die Erste Bank hat ein zusätzliches Lockmittel für ihr Pensionsprodukt gefunden: Gold. So wird auch das Produkt, Espa Vorsorge Gold, beworben. Mit dem Edelmetall hat das Produkt aber nur den Namen gemeinsam.

Die Besonderheit: Anleger zahlen nicht wie anderswo jährlich, sondern per Einmalerlag ein. Um die jährliche staatliche Prämie zu lukrieren, wird das Eingezahlte in Zehntelstücken jährlich in den Espa-Vorsorgefonds umgeschichtet. Diese Umschichtungen sind fix, andere Verfügungen können Anleger nicht treffen.

"Honorar"

Der Fonds veranlagt gemäß den Vorschriften der geförderten Pensionsvorsorge zu 40 Prozent in Wiener Aktien. Als "Honorar" für den getätigten Einmalerlag gibt es jährlich eine 4,5-prozentige fixe "Goldprämie" von der Espa, die wiederveranlagt wird und so die Renditechancen mehrt. Diese Goldprämie bleibt auch fix, wenn das Geld nach zehn Jahren nicht widmungsgemäß, also nicht zur Verrentung, verwendet wird.

Die halbe staatliche Prämie muss dann aber trotzdem zurückgezahlt werden, auch die Nachversteuerung bei nicht widmungsgemäßer Verwendung muss erfolgen. Spesen fallen nur einmal an: 3,85 Prozent behält sich die Espa im Verlauf der zehn Jahre Veranlagung von der Fondsrendite ein. Weitere Depotführungsprovisionen fallen nicht an. Aus dieser Konstruktion errechnet die Espa eine Effektivverzinsung von 4,4 Prozent. Diese Rechnung wird möglich, weil Anleger der Espa ihr Vorsorgegeld ja auf einmal, per Einmalerlag, übergeben und nicht bloß regelmäßig ansparen. (kbau/DER STANDARD Print-Ausgabe, 18.8.2003)

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