Polizist vergiftete Kollegen

19. August 2003, 10:26
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Prozess: Drogen ins Milchpulver gemischt

Klagenfurt - Ein Villacher Polizist muss sich am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt wegen Körperverletzung verantworten. Er hatte seinen Kollegen bei der Mobilen Einsatzgruppe Drogen beziehungsweise Medikamente in den Kaffee gemischt - DER STANDARD berichtete. Das Motiv für diese Aktivitäten konnte bisher nicht geklärt werden.

Etwa ein Jahr lang klagten Beamte im Wachzimmer Landskron der Villacher Polizei immer wieder über rätselhafte Müdigkeitsanfälle, Übelkeit und Sehstörungen. Einer der Beamten berichtete sogar von Halluzinationen. Verdächtig: Die Vorfälle ereigneten sich immer dann, wenn Kaffee getrunken wurde, und immer dann, wenn der 36-jährige Roland T. im Dienst war.

Am 20. Juni flog die Affäre schließlich auf, weil einer seiner Kollegen wegen der ständigen Beschwerden zum Arzt ging. Dieser machte eine Blutuntersuchung und fand Spuren von Drogen und Medikamenten. Die Ermittlungen nahmen ihren Lauf, Roland T. wurde schnell ausgeforscht. Er legte ein Geständnis ab, konnte oder wollte allerdings kein Motiv angeben. Der Beamte wurde sofort suspendiert und muss nun Richterin Michaela Wietrczyk Rede und Antwort stehen.

Kaffeeautomat

Um welches Medikament es sich gehandelt hat, wisse er nicht mehr, gab der Polizist bei den bisherigen Einvernahmen an. Fest steht hingegen, dass er die Substanz unter das Milchpulver des Kaffeeautomaten in der Villacher Polizeiwachstube gemischt hatte. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe,18.8.2003)

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