Athos für Frauen

14. August 2003, 18:43
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Frauenklöster als Gegenstück zur Männerwelt des Heiligen Berges geschaffen

Athen - Das "weibliche" Gegenstück zum Berg Athos - die neuen Frauenklöster von Ormylia auf der dem Athos gegenüber liegenden mittleren Halbinsel der nordgriechischen Chalkidike - entwickelt sich positiv. Mit dem "Frauen-Athos" von Ormylia haben sich orthodoxe Nonnen, Theologinnen, Ärztinnen, Krankenschwestern und Sozialhelferinnen ihr Gegenstück zur Männerwelt des Heiligen Berges geschaffen, wie Kathpress in einem Bericht schreibt.

Der Athos hatte schon immer eine besondere Anziehung auf das weibliche Geschlecht ausgeübt. Doch nur den wenigsten Frauen gelang es, das strikte "Avaton" zu durchbrechen, die Klausur, die für die ganze Athos-Halbinsel und nicht nur innerhalb ihrer Klöster gilt. Byzantinische und serbische Prinzessinnen waren die seltenen historischen Ausnahmen.

Drei Frauenklöster

Doch dann beschlossen die Mutter und Schwester des Abtes Emilianos, sein Leben als Nonnen an der Grenze zum Mönchsstaat zu teilen. Der Sohn und Bruder stellte ihnen dafür ein ausgedehntes Klostergut seiner Abtei Simonos Petra auf der nahen Chalkidike zur Verfügung. Inzwischen leben in zwei dort entstandenen Frauenklöstern und einer dritten Niederlassung in Frankreich schon mehr als 200 Schwestern. Gerade ihr karitatives Wirken ist zu einem Segen für die Umgebung, ja für das ganze weitere Nordgriechenland geworden.

Männer ausgesperrt

Männer bleiben in Ormylia grundsätzlich genau so ausgesperrt wie alle weiblichen Wesen vom Athos. Notwendige Ausnahmen sind der Priester und Diakon der Klosterkirche, der Beichtvater der Nonnen und zuletzt auch Athos-Abt Emilianos, der sich nach schwerer Erkrankung in die Pflege seiner Schwester Augustina und ihrer Schwestern begeben hat. Neuestens wird auch wenigen anderen Pilgern mit ausgewiesenen religiösen Anliegen am Sonntag zwischen Eucharistiefeier und Vesper ein beschränkter Zugang gewährt.

Gegensätze

Feministische europäische Politikerinnen sind immer wieder bemüht, eine Öffnung der Mönchsrepublik auf dem Athos für Pilgerinnen und sogar für ganz weltliche Touristinnen zu erzwingen. Hingegen wollen die orthodoxen Verkündigungs-Schwestern die Ideale des Heiligen Berges "frauengemäß" verwirklichen. So setzt sich auch der von ihnen gegründete theologische Verlag "Ormylia" nicht etwa für die Einsetzung von Frauen in alle kirchlichen Ämter, sondern gezielt für eine Erneuerung des alten weiblichen Diakonats der ungeteilten Ost- und Westkirche des ersten christlichen Jahrtausends ein.

Die Rückkehr von Orthodoxen und abendländischen Christinnen zu den Fundamenten und deren gemeinsame Erneuerung sind überhaupt ein zentrales Anliegen des Frauen-Athos. Diesem Anliegen dienen auch Veröffentlichungen in englischer und französischer Sprache, neuerdings auch auf Rumänisch und Russisch. (APA)

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    Griechinnen beim Protest gegen das Männer-Athos.
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