Sotschi und die Medien: Jubelberichterstattung und fehlende Kritik

28. Jänner 2014, 17:21
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Skocek: "Wenn die Spiele erst einmal laufen, kümmert sich die Medienkarawane ausschließlich um die sportlichen Ereignisse"

Wien – Ein Defizit an kritischem Journalismus prophezeit Sportjournalist Johann Skocek während der Olympischen Spiele in Sotschi. Aufdeckergeschichten über Korruption und Menschenrechtsverstöße in Russland seien derzeit Teil der Vorberichterstattung. "Wenn die Spiele erst einmal laufen, kümmert sich die Medienkarawane ausschließlich um die sportlichen Ereignisse", sagt Skocek.

Gründe für die "Jubelberichterstattung" sieht Skocek unter anderem in fehlenden Ressourcen in den Redaktionen und in einem in Österreich besonders hohen ­Ausmaß an Machtkonzentration. "Sponsorverträge von ORF und Krone mit den Skievents erweitern die Möglichkeiten der kritischen Berichterstattung nicht unbedingt", sagte Skocek bei einer Diskussion im Presseclub Concordia in Wien.

Gegen einen Boykott spricht sich Andrej Iwanowski von der staatlichen Agentur Ria Novosti aus: "Ein Boykott ändert am politischen System nichts. Die Leidtragenden sind die Sportler", sagt Iwanowski. (prie, DER STANDARD, 29.1.2014)

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