VCP-Zeitungsdeal in Ungarn: Journalisten fürchten um Unabhängigkeit

28. Jänner 2014, 12:47
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"taz": Ringier-Chef in Ungarn wechselt zu VCP und leitet dort die Medienbeteiligungen

Berlin/Budapest - Nachdem bekannt wurde, dass der Wiener Finanzinvestor Vienna Capital Partners (VCP) die ungarische Tageszeitung "Nepszabadsag" und die Wirtschaftszeitung "Vilaggazdasag" übernimmt, befürchten betroffene Journalisten in Ungarn, dass VCP-Gründer Heinrich Pecina als Strohmann für den ehemaligen Finanzchef der regierenden Fidesz-Partei, Lajos Simicka, agieren könnte.

Neben dem Qualitätsblatt "Nepszabadsag" kauft VCP von den Medienkonzernen Ringier und Springer auch mehrere ungarische Lokalzeitungen und die Sportzeitung "Nemzeti Sport". Springer und Ringier wollen in Ungarn fusionieren, der Verkauf der Zeitungen ist eine Auflage der ungarischen Kartellbehörde (GVH).

Ringier-Chef in Ungarn wechselt zu VCP

Pecina hat laut einem Bericht der Berliner Tageszeitung "taz" (Dienstagausgabe) versprochen, den politisch und wirtschaftlich unabhängigen Journalismus von "Nepszabadsag" zu stärken. Laut "taz" wechselt der derzeitige Generaldirektor von Ringier in Ungarn zu VCP und wird dort der neue Chef für Medienbeteiligungen.

VCP ist ein Finanzinvestor, dem keine eigenen verlegerischen Ambitionen nachgesagt werden, hat aber Erfahrung mit Medienprodukten. Die Anteile an der serbischen Boulevardzeitung "Blic" verkaufte VCP 2008 an Ringier. Im Jahr 2006 beriet VCP den schwedischen Verlagskonzern Bonnier beim Verkauf seiner Anteile an der österreichischen Tageszeitung "WirtschaftsBlatt" an die österreichische Styria-Gruppe. (APA, 28.1.2014)

Link
taz.de: Deal unter Verdacht - Ein österreichischer Investor kauft Ungarns linksliberales Traditionsblatt "Népszabadság“. Kritiker befürchten, hinter dem Deal stecke die Fidesz-Partei

Nachlese
Springers Ungarn-Blätter an Vienna Capital Partners - VCP-Chef ist Heinrich Pecina - Den Verkauf verlangten ungarische Kartellbehörden, bevor Springer und Ringier auch in Ungarn fusionieren

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