Grüne sorgen sich um Gedenkstätte Mauthausen

23. Jänner 2014, 15:30
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Abgeordneter Walser bemängelt Schließtage und mangelhafte Betreuung Überlebender - Er befürchtet zudem Einsparungen

Wien/Mauthausen - Die Grünen sorgen sich um die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Anlass ist die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Bildungssprecher Harald Walser an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Auf deren Basis sieht er "peinliche Defizite" und kritisiert unter anderem Schließtage, mangelnde Konzepte für KZ-Überlebende sowie eine gefährdete Finanzierung.

Auslöser der Anfrage war ein Bericht des STANDARD, wonach Buchshop, Gedenkräume und Ausstellungsgebäude im Vorjahr tageweise überraschend geschlossen gewesen seien. Das Innenministerium teilte in seiner Beantwortung mit, dass es einen geplanten Schließtag pro Jahr wegen einer Mitarbeiterklausur gebe; an dem medial kolportierten Tag seien mehrere Mitarbeiter erkrankt, das Areal der Gedenkstätte aber frei zugänglich gewesen. Walser schlussfolgert aus dieser Antwort, das Ministerium habe offenkundig keinen genauen Überblick, denn es habe mehr Schließtage als den Klausurtag gegeben. Außerdem findet er, dass die Schließtage nicht gut genug publiziert würden.

Keine angemessene Betreuung von KZ-Überlebenden

Der Grüne moniert weiters, dass die Gedenkstätte keine angemessene Betreuung von KZ-Überlebenden, die zu Gedenkstätte kommen, vorsehe. Vor allem vermisst er psychosozialen Beistand, auch für den Fall einer "Retraumatisierung" während eines Besuchs. Die Audioguides sind ebenfalls ein Kritikpunkt, denn in Mauthausen gab es Häftlinge aus 68 Staaten, Audioguides gibt es gerade einmal auf Deutsch und Englisch.

Walser hegt schließlich auch Bedenken, was das Budget für Mauthausen betrifft. Dass das Ministerium versichert, die Gedenkstätte wird auch im Budgetjahr eine angemessene Ausstattung erhalten, beruhigt ihn nicht angesichts des Spardrucks auf die Ressorts nicht: Die Kürzung der Ermessensausgaben könnte auch Mauthausen treffen, meint er.

Die Grünen treten seit langem für eine Ausgliederung der Gedenkstätte ein. Walser forderte am Donnerstag ein Gesamtkonzept für die Gedenkstätte sowie einen konkreten Zeitplan für dessen schrittweise Umsetzung. (APA, 23.1.2014)

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