Armee im Südsudan auf dem Vormarsch

18. Jänner 2014, 19:09
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Stadt Bor zurückerobert, schwere Kämpfe in Malakal - Keine Einigung auf Waffenruhe

Juba - Die südsudanesische Armee hat am Samstag die strategisch wichtige Stadt Bor im ölreichen Bundesstaat Jonglei zurückerobert. "Wir sind um 13 Uhr in der Stadt einmarschiert und haben die Truppen, die Ex-Vizepräsident Riek Machar anhängen, besiegt", sagte Militärsprecher Philip Aguer in der Hauptstadt Juba.

Nach seinen Angaben wurden bei den Kämpfen rund 15 000 Rebellen in die Flucht geschlagen. Wie viele Opfer es bei den Gefechten gegeben hat, blieb unklar. Damit haben die Streitkräfte von Präsident Salva Kiir die Stadt zum zweiten Mal seit Ende Dezember von den Rebellen zurückerobert.

Auch rund um die Stadt Malakal im Norden an der Grenze zum Sudan sind am Samstag erneut schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen entbrannt. "Derzeit haben beide Seiten die Kontrolle über verschiedene Teile der Stadt, aber wir glauben, dass die Armee die Rebellen bis zum Ende des Tages vertrieben haben wird", erklärte Aguer. "Derzeit toben in Malakal heftige Gefechte."

Seit Tagen umkämpft

Malakal ist schon seit Tagen umkämpft und war zeitweise von den Rebellen eingenommen worden. Die Telefonleitungen zu der Stadt sind seither zusammengebrochen. Erst in der vergangenen Woche waren rund 200 Zivilisten bei dem Versuch, vor den heranrückenden Kämpfern zu fliehen, im Nil ertrunken. Ihr völlig überfülltes Boot war gesunken.

Die Rebellen dementierten unterdessen Medienberichte, wonach die Konfliktparteien bei ihren Friedensgesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Einigung auf einen Waffenstillstand erzielt hätten. "Nein, es wurde nichts unterschrieben, und auch morgen wird nichts unterschrieben", sagte Rebellensprecher Yohanes Pouk der Nachrichtenagentur dpa. Quellen zufolge soll es aber Fortschritte bei den Verhandlungen geben.

In dem erst Mitte 2011 gegründeten Staat Südsudan war im Dezember ein seit langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Machar eskaliert. Der Konflikt liegt auch in ethnischen Feindschaften begründet: Der Präsident gehört zur Volksgruppe der Dinka, Machar zur Volksgruppe der Nuer. Bis zu 10.000 Menschen sollen bei den seit mehr als einem Monat andauernden Gefechten getötet worden sein. (APA, 18.1.2014)

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