USA erwägen Stützpunkte in Serbien-Montenegro

13. August 2003, 09:53
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"Handlungsfähigkeit" für Einsätze im Nahen und Mittleren Osten soll erhöht werden

Belgrad - Für die anhaltenden Gerüchte, Washington und Belgrad erwägen auch die Errichtung von US-Stützpunkten in Serbien-Montenegro, sind zunächst nicht bestätigt worden. Der Verteidigungsminister Serbien-Montenegros, Boris Tadic, erklärte, er habe keine Information über einen vermeintlichen Plan des US-Verteidigungsministeriums über die Versetzung eines Teils von US-Truppen aus Deutschland nach Serbien-Montenegro. Auch seien über diese Frage bisher keine Gespräche geführt worden, sagte Tadic gegenüber der Tageszeitung "Blic" (Dienstag-Ausgabe).

Der Außenminister des Staatenbundes, Goran Svilanovic, meinte hingegen gegenüber dem Belgrader Sender B-92, bisher hätten nur Experten über den Wunsch der USA nachgedacht, einen Teil der US-Truppen auch in südosteuropäische Staaten zu stationieren. Auf politischer Ebene sei darüber aber noch nie debattiert worden, versicherte Svilanovic.

Die Belgrader Presseagentur Beta hatte unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise in Brüssel gemeldet, dass die geplante Versetzung amerikanischer Truppen in die Staaten Südosteuropas auf eine Verbesserung der Handlungsfähigkeit von Einheiten abziele, die im Nahen und Mittleren Osten zum Einsatz kommen sollen. Außerdem wolle man auch das Balkanhinterland im Rahmen des globalen Kampfes gegen den Terrorismus zusätzlich sichern.

Auffallend intensive Beziehung zwischen Washington und Belgrad

Die US-Botschaft in Belgrad hatte Anfang des Jahres Gerüchte über die mögliche Errichtung von US-Stützpunkten in Serbien-Montenegro wiederholt als unzutreffend zurückgewiesen. Die Intensivierung diplomatischer, aber auch wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Belgrad und Washington ist inzwischen aber mehr als nur auffallend. Laut Beta zeugt auch dies von der Entschlossenheit Washingtons, auf dem Balkan feste Stützpunkte zu errichten und Bündnispartner zu finden, um jede terroristische Gefahr auszuschalten.

Von Bedeutung seien in dieser Hinsicht auch Geheimdienst-Erkenntnisse über bestimmte Einflüsse der Al Kaida nicht nur in Bosnien-Herzegowina, sondern auch im Kosovo und im Sandschak, der Region Südwestserbiens mit einer starken moslemischen Minderheit. (APA)

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