Bali-Attentäter: "Nur durch den Tod kann ich Gott näher kommen"

12. August 2003, 20:19
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Imam Samudra bedankt sich für Antrag auf Todesstrafe - Amrozi legt Berufung gegen Todesurteil ein

Denpasar - Zum Auftakt seinen Verteidigungsplädoyers hat der mutmaßliche Drahtzieher der Bali-Anschläge der Staatsanwaltschaft für deren Antrag auf Todesstrafe gedankt. Damit hätte sie ihm "den Tod ins Bewusstsein gerufen, und nur durch den Tod kann ich Gott näher kommen", sagte Imam Samudra am Montag vor einem indonesischen Gericht in Denpasar. Er sei sich bewusst, dass ihn die Todesstrafe erwarte. Vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft die Hinrichtung Samudras beantragt, weil er terroristische Akte geplant und die Anschläge von Bali finanziert habe.

Samudra, der der radikalislamischen Jemaah Islamiyah angehören soll, war im November verhaftet worden, wenige Wochen nach den Anschlägen im Touristenzentrum Kuta vom 12. Oktober 2002. Bei den Explosionen waren 202 Menschen getötet worden, unter ihnen sechs Deutsche. Einem Zeitungsbericht zufolge, hat sich die Jemaah Islamiah zu dem Anschlag auf ein Luxus-Hotel in Jakarta am Dienstag bekannt. Elf Menschen waren bei dem Anschlag getötet wurden. Die Gruppe soll Verbindungen zur El Kaida des radikalen Islamisten Osama Bin Laden haben. Am Donnerstag war der Extremist Amrozi wegen seiner Beteiligung an den Anschlägen zum Tod verurteilt worden.

Anwälte legen Berufung gegen Todesurteil

Die Anwälte des wegen der Anschläge auf der indonesischen Ferieninsel Bali zum Tode verurteilten Amrozi bin Nurhasyim haben vor Gericht Berufung eingelegt. Er sei zwar in die Anschläge verwickelt gewesen, habe sie aber nicht geplant, sagte Anwalt Oktriyan am Montag in Bali. Aussagen, dass Amrozi an der Vorbereitung teilgenommen habe, stammten lediglich von anderen Angeklagten und seien nicht schlüssig. "Wir haben ihn davon überzeugt, alle Mittel auszuschöpfen, um Gerechtigkeit zu bekommen", sagte der Anwalt. Amrozi hatte zunächst erklärt, er wolle ein Märtyrer werden.

Der 41-Jährige war am Donnerstag zum Tode durch Erschießen verurteilt worden, weil das Gericht es als erwiesen ansah, dass er einen Lastwagen sowie Sprengstoff für die Anschläge gekauft hatte, bei denen am 12. Oktober 2002 auf Bali 202 Menschen getötet wurden. Insgesamt müssen sich etwa drei Dutzend mutmaßliche Beteiligte wegen der Anschläge vor Gericht verantworten. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, der 33-jährige Textilhändler Imam Samudra, wies am Montag vor Gericht jede Beteiligung an der Tat zurück. (APA/red)

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