Öcalan klagt über Haftbedingungen

9. August 2003, 15:48
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"Luftfeuchtigkeit führt zu Atemwegsproblemen" - Weiterer Besuch von Europarats-Delegation gefordert

Ankara - Der in der Türkei inhaftierte Kurdenführer Abdullah Öcalan hat sich am Samstag über seine Haftbedingungen beklagt und um einen weiteren Besuch von Beobachtern des Europarats gebeten. Die Luftfeuchtigkeit auf der Gefängnisinsel Imrali vor Istanbul führe zu Atemwegsproblemen, sagte Öcalan. Bei zwei früheren Besuchen hatte eine Delegation des Europarats festgestellt, dass Öcalans Zelle hochwertig, gut beleuchtet und angemessen ausgestattet sei.

Der Europarat müsse die Haftbedingungen eingehender prüfen, forderte Öcalan in einer von seinen Anwälten veröffentlichten Erklärung. Die Beobachter müssten feststellen, wie lange er unter den gegebenen Bedingungen leben könne. "Wenn mir hier etwas zustößt, könnten neue Spannungen und Zusammenstöße die Folge sein." Am Freitag hatte die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) eine am Mittwoch in Kraft getretene Amnestie seitens der Türkei abgelehnt und mit einem Ende des seit vier Jahren andauernden einseitigen Waffenstillstands gedroht, sollte sich Ankara der Waffenruhe nicht bis zum 1. September anschließen. Beobachter halten einen solchen Schritt für unwahrscheinlich.

Der frühere PKK-Chef war nach einer monatelangen Flucht durch mehrere Länder schließlich von türkischen Sicherheitskräften in Kenia festgenommen und in die Türkei gebracht worden. Er wurde von einem türkischen Gericht im Juni 1999 zunächst zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde im vergangenen Jahr in lebenslange Haft ungewandelt, nachdem die Türkei die Todesstrafe abgeschafft hatte. Öcalan soll den 15-jährigen Aufstand der Kurden gegen die Türkei angeführt haben, der rund 37.000 Menschen das Leben kostete. (APA/AP)

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    Eine junge Teilnehmerin einer PKK-Kundgebung in Deutschland

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