Uruguay verabschiedet das weltweit liberalste Cannabisgesetz

11. Dezember 2013, 06:29
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Staatschef Mujica will damit Drogenkartelle bekämpfen - Legaler Verkauf soll 2014 starten

Montevideo - In Uruguay ist weltweit erstmals der staatlich kontrollierte Marihuana-Anbau und -Handel legalisiert worden. Der Senat stimmte am Dienstagabend (Ortszeit) mit einer knappen Mehrheit von 16 gegen 13 Stimmen für eine entsprechende Regierungsinitiative, die zuvor von der Abgeordnetenkammer gebilligt worden war. Staatschef Jose Mujica erhofft sich eine effizientere Bekämpfung der Drogenkartelle.

Der Ankauf von monatlich bis zu 40 Gramm Marihuana soll nach dem neuen Gesetz in Apotheken freigegeben werden. Privatpersonen dürfen bis zu sechs Cannabis-Pflanzen züchten. Zudem werden Marihuana-Clubs mit 15 bis 45 Mitgliedern erlaubt. Diese dürfen bis zu 99 Pflanzen pflegen. Der Start des legalen Verkaufs wird für Mitte 2014 erwartet. 

Konsum für Minderjährige und Ausländer verboten

Anbau und Handel sollen von einer staatlichen Kommission kontrolliert werden. Die Konsumenten müssen sich in einem Register einschreiben. Für Minderjährige und Ausländer bleibt der Konsum verboten.

Die Initiative hat in Uruguay eine heftige Debatte ausgelöst. Eine von der Zeitung "El Pais" veröffentlichte Umfrage ergab, dass nur 29 Prozent der Befragten die Legalisierung unterstützten, während sich 64 Prozent dagegen aussprachen. (APA/red, derStandard.at, 11.12.2013)

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    Die "letzte Demonstration": Freude über die Legalisierung des Marihuana-Handels vor dem Kongressgebäude in Montevideo.

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