Israels Präsident Peres zu Treffen mit Rohani bereit

8. Dezember 2013, 13:11
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Staatsoberhaupt aber skeptisch zu Möglichkeit einer Wende im Iran - Obama: Chancen auf dauerhafte Einigung stehen bei "50:50"

Tel Aviv - Der israelische Präsident Shimon Peres ist nach eigenen Worten bereit, den iranischen Präsidenten Hassan Rohani zu treffen.

Wie das Internetportal "Ynet" berichtete, antwortete Peres am Sonntag bei einem Wirtschaftsforum in Tel Aviv auf eine entsprechende Frage: "Ich mit bereit, mich mit Rohani zu treffen. Ich habe keine Feinde. Wir betrachten den Iran nicht als Feind. Gegensätze sind nichts Persönliches. Es ist eine Frage der Politik."

Peres erinnerte daran, dass die israelische Führung lange nicht mit PLO-Chef Yasser Arafat zusammentreffen wollte. "Aber als er seine Politik geändert hat haben wir gesagt: 'Warum nicht?' Wir sind für den Frieden und ich glaube, das Ziel ist es, Feinde in Freunde zu verwandeln."

Der israelische Präsident fügte hinzu, er bevorzuge, ebenso wie die USA, politische und wirtschaftliche Druckmittel, um den atomaren Bestrebungen des Iran Einhalt zu gebieten. "Wir haben es nicht eilig zu schießen", betonte Peres. Zudem stehe Israel mit seinem Wunsch nach einem atomwaffenfreien Iran nicht allein da.

Allerdings zeigte sich Peres skeptisch hinsichtlich der Fähigkeit Rohanis, die iranischen Hardliner zu mäßigen. Die politische Atmosphäre im Iran und die Macht der Revolutionsgarden würden jede Wende blockieren, meinte er.

Obama: "Chancen stehen 50:50"

US-Präsident Barack Obama gibt sich unterdessen überraschend pessimistisch hinsichtlich einer dauerhaften Einigung im Atomstreit mit dem Iran. Die Chancen lägen bei "nicht mehr als 50:50", sagte er am Samstag bei einer Nahost-Diskussion in Washington. "Aber wir müssen es versuchen." Man dürfe nicht naiv sein. Die USA gäben auch keine Option aus der Hand, betonte Obama mit Blick auf militärische Optionen.

Die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland hatten sich kürzlich mit dem Iran auf eine Übergangslösung geeinigt. Teheran legt demnach sein Atomprogramm zunächst für sechs Monate auf Eis, im Gegenzug werden internationale Sanktionen gegen das Land gelockert. Während dieser Zeit soll eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat die Übergangsvereinbarung mehrfach scharf kritisiert. 

IAEA besucht Anlage in Arak

Unterdessen haben erstmals seit mehr als zwei Jahren Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) die iranische Schwerwasserproduktionsanlage in Arak besucht. "Die IAEA-Experten haben ihren Besuch der Anlage Arak am Sonntagmorgen begonnen", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars den Sprecher der nationalen Atomaufsicht, Behrouz Kamalvandi.

In dem Anfang November geschlossenen Übergangsabkommen hatte der Iran versprochen, Inspektoren der IAEA innerhalb von drei Monaten Zugang zum gesamten Komplex in Arak, einschließlich der Produktionsanlage von schwerem Wasser (Deuteriumoxid), zu gewähren.

Zuletzt hatte Teheran nur den Zutritt zum Reaktorbau erlaubt. Im August 2011 suchten Inspektoren die Anlage auf. Allerdings hatten sie keinen Zutritt zur Schwerwasserproduktionsanlage, weil - so wurde argumentiert - sich dort kein Nuklearmaterial befinde. Schweres Wasser dient aber als Moderator in Reaktoren, bei deren Betrieb größere Mengen an Plutonium anfallen. (APA, 8.12.2013)

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