Israels Armee beschoss Journalisten mit Hartgummikugeln

2. Dezember 2013, 11:27
4 Postings

"Verein der Auslandspresse" kritisiert heftigen Umgang

Der "Verein der Auslandspresse" in Israel und den Palästinensergebieten hat die israelische Armee am Sonntag beschuldigt, "gezielt Journalisten anzugreifen". Am Rande von Protesten am Grenzübergang Qalandiya (Kalandija) zwischen Ost-Jerusalem und Ramallah am Freitag sollen Pressefotografen in Augenhöhe mit Hartgummikugeln beschossen und Blendgranaten in nächster Nähe explodiert sein.

Besonders gefährlich sei der Angriff auf einen italienischen Fotografen gewesen, "der zu seinem Glück gerade fotografierte, sodass das auf seinen Kopf gezielte Hartgummigeschoß die Kamera zerstörte und ihn nicht ins Auge traf", hieß es in einer schriftlichen Protestnote, des Vereins, der alle Korrespondenten ausländischer Medien vertritt.

Höhnische Polizisten

Als die Fotografen, die klar sichtbar an den Soldaten vorbei zu einer Haltestelle gegangen waren, um von dem Unterstand aus die Zusammenstöße zu dokumentieren, sich beim Kommandant der Einheit beschwerten und die zerstörte Kamera zeigten, habe dieser nur gelacht und gesagt, da sei seinen Soldaten offenbar ein Fehler unterlaufen.

Reaktion der Armee

Die israelische Armee hat auf die Vorwürfe des Vereins der Auslandspresse in Israel und den Palästinensergebieten reagiert, "gezielt Journalisten anzugreifen". In einer schriftlichen Erklärung des Militärs hieß es, ein durch ein Gummigeschoß verletzter italienischer Fotojournalist habe "sich selbst in Gefahr gebracht", weil er sich in der Nähe gewalttätiger Palästinenser befunden habe.

Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass Soldaten ein Gummigeschoß "nicht absichtlich" in Richtung des Fotojournalisten geschossen hätten, betonte die israelische Armee.

Zehn ähnlich Beschwerden

Der Verein der Auslandspresse erklärte, in den vergangenen zwei Jahren habe er bereits rund zehn ähnlich lautende Beschwerden gegen die israelischen Streitkräfte eingereicht. Die zuständige Militärpolizei habe daraufhin nur in zwei Fällen ermittelt und auch diese Untersuchungen mangels Erkenntnissen eingestellt. (APA, 2.12.2013)

Share if you care.