Deutlicher Anstieg der Aids-Toten unter Jugendlichen

25. November 2013, 16:35
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WHO fordert gezielte Unterstützung für weltweit rund zwei Millionen jugendliche HIV-Infizierte

Genf - Die Zahl der Aids-Toten unter Jugendlichen ist zwischen 2005 und 2012 um 50 Prozent gestiegen. In der Gesamtbevölkerung ist dagegen im selben Zeitraum ein Rückgang um 30 Prozent zu vermerken, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1.12. mit.

Die UN-Organisation fordert mehr gezielte Hilfe für die derzeit weltweit rund zwei Millionen Zehn- bis 19-Jährigen, die mit dem Aids-Erreger HIV infiziert sind, sowie mehr Kampagnen, um Jugendliche vor Ansteckung zu schützen.

Individuelle Unterstützung

Mit Blick auf den Welt-Aids-Tag wurden erstmals Empfehlungen zusammengestellt, wie Gesundheitsdienste jungen HIV-Infizierten und gefährdeten Jugendlichen helfen können. Bis Jänner soll auch eine spezielle Internet-Plattform zur Verfügung stehen.

Jugendliche würden viel seltener als Erwachsene auf HIV getestet, erklärte der Direktor der WHO-Abteilung zur Bekämpfung von HIV und Aids, Gottfried Hirnschall. Zudem benötigen junge Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, erfahrungsgemäß mehr Unterstützung, um mit der Situation fertig zu werden. "Jugendliche brauchen medizinische Dienste und Unterstützung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sind," so Hirnschall.

Große Hindernisse

Besonders schwerwiegend sind die Probleme laut WHO und Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) in afrikanischen und anderen Entwicklungsländern. Dort sei es für junge HIV-Infizierte zum Beispiel sehr schwierig, sich Freunden und der Familie zu offenbaren.

"Heranwachsende Mädchen sowie junge Männer, die Sex mit Männern haben, alle jene, die sich Drogen spritzen oder jene, die Opfer sexueller Nötigung werden, sind hohen Risiken ausgesetzt", erklärte der Leiter des HIV-Programms von Unicef, Craig McClure. Sie seien mit großen Hindernissen konfrontiert - darunter harsche Gesetze, Ungleichheit, Stigmatisierung und Diskriminierung -, die sie davon abhalten, sich an medizinische Dienste zu wenden, die Tests sowie Vorbeugung und Behandlung von HIV anbieten. Ohne dass solche Hindernisse überwunden werden, könne "der Traum von einer Aids-freien Generation niemals wahr werden". (APA/red, derStandard.at, 25.11.2013)

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