Disney und Pixar verhandeln über Vertragsverlängerung

18. August 2003, 11:21
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Uneinigkeit über Konditionen eines neuen Deals

Disney Pictures und Pixar Animation Studios stehen nach einer zwölfjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit vor Schwierigkeiten, berichtete CNN. Seit Monaten verhandeln die beiden Studios über eine Verlängerung beziehungsweise Änderung des bestehenden Vertrags. Dieser wird nach zwei weiteren gemeinsamen Filmen im Jahr 2005 auslaufen.

Neuer Deal

Sowohl Disney als auch Pixar wollen einen neuen Deal, haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen davon. Bisher hat Pixar Disney eine Distributions-Gebühr von 12,5 Prozent gezahlt, Produktions- und Marketingkosten sowie der Gewinn wurden je zur Hälfte geteilt. Die letzte Zusammenarbeit "Finding Nemo" spielte 320 Mio. Dollar ein, die vier vorangegangenen Filme "Toy Story" 1 und 2, "Monsters Inc." und "A Bugs Life" gemeinsam 856 Mio. Dollar.

Zweifel an Übereinkunft

Pixar CEO Steve Jobs will mit Disney weiterhin zusammenarbeiten, zweifelt aber an einer Übereinkunft mit Disney. Pixar strebt eine Reduktion der Distributions-Gebühr auf zehn Prozent an und will die Eigentümerschaft über seine Filme behalten. Das Animations-Studio will sich mit der Aushandlung eines neuen Deals Zeit lassen und die richtige Entscheidung treffen. Auch Disney peilt einen neuen Vertrag mit Pixar an. Analysten bezweifeln jedoch, dass Disney auf die neuen Vertragsbedingungen von Pixar eingehen wird, so CNN. Disney CEO Michael Eisner rechnet mit einem neuen Vertrag, vermutet aber, dass dieser für Disney nicht so lukrativ sein wird wie der bestehende Vertrag.

70 bis 80 Prozent

"Wenn die neue Gebühr neun oder zehn Prozent beträgt, wären das bei ,Finding Nemo' etwa 30 Mio. Dollar, die Pixar Disney zahlen muss. Aber würde Disney seine Zeit verschwenden, einen solchen Deal auszuhandeln? Wir glauben nicht", so David Miller, Analyst von Sanders Morris & Harris. Miller und andere Analysten erwarten jedoch, dass Disney und Pixar sich in jedem Fall irgendwie einigen werden. Miller geht davon aus, dass Pixar in einem neuen Deal zwischen 70 und 80 Prozent vom Profit künftiger Filme, darunter auch "The Incredibles" (2004) und "Cars" (2005) aus dem aktuellen Vertrag, erhalten soll.

"Der alte Vertrag hat funktioniert"

"Der alte Vertrag hat funktioniert. Wieso sollte Pixar ihn nun beenden und zu Fox oder Warner oder sonstjemanden gehen, der für das Studio von Nachteil wäre? Und ich glaube nicht, dass Disney das Geld so einfach aufgeben würde", sagt Dennis McAlpine vom Forscher McAlpine Associates. Analysten gehen davon aus, dass Pixar bessere Karten in den Verhandlungen hat. Unter dem laufenden Vertrag jedoch hat Disney die Rechte, eigene Fortsetzungen zu Pixars ersten fünf Filmen zu machen.(pte)

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