Neun tote russische Soldaten pro Tag im Kaukasus

10. August 2003, 15:59
posten

Laut Komitee der Soldatenmütter 12.000 Tote in vier Jahren

Moskau/Washington - Seit dem Einmarsch der russischen Armee in Tschetschenien vor vier Jahren sind nach Angaben des Komitees der Soldatenmütter rund 12.000 Russen getötet worden. Diese Zahl liege dreimal höher als die der offiziellen Statistik, weil die Armee nur die auf der Stelle Getöteten mitzähle, sagte die Sprecherin der angesehenen Menschenrechtsorganisation, Walentina Malnikowa, am Freitag dem Radiosender Moskauer Echo.

Verwundete, die auf dem Weg ins Krankenhaus stürben oder später ihren Verletzungen erlägen, würden in der offiziellen Statistik nicht berücksichtigt. Laut Militärangaben starben bislang 4500 russische Soldaten in der abtrünnigen Kaukasusrepublik. Tatsächlich würden aber im Durchschnitt neun Soldaten jeden Tag getötet, betonte Malnikowa.

"Bedeutendes Risiko"

Die USA froren unterdessen die Guthaben des tschetschenischen Kriegsherren Schamil Bassajew ein. Bassajew habe "Terrorakte" begangen und stelle "ein bedeutendes Risiko" für "die Sicherheit von US-Bürgern oder die nationale Sicherheit, die Außenpolitik oder die Wirtschaft der Vereinigten Staaten" dar, sagte US-Außenminister Colin Powell am Freitag in Washington.

Washington wirft dem Tschetschenen zudem vor, mehrere Millionen Dollar von dem Extremistenführer Osama bin Laden und dessen Terrororganisation El Kaida angenommen zu haben. Bassajew ist der größte Kriegsherr in Tschetschenien. Er übernahm die Verantwortung für eine Reihe von Selbstmordanschlägen im Mai, bei denen fast hundert Menschen getötet wurden, und für das Moskauer Geiseldrama im Oktober. (APA)

Share if you care.