95 Prozent der Schweizer Jugendlichen bezeichnen sich als heterosexuell

13. August 2003, 12:13
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Es wird ein Zusammenhang mit gesellschaftlichen Tabus vermutet

Bern - Über 95 Prozent der Schweizer Jugendlichen bezeichnen sich als heterosexuell orientiert. Nur rund 1,5 Prozent gaben in einer Studie der Universität Lausanne an, vorwiegend homosexuell oder bisexuell veranlagt zu sein.

2,8 Prozent der Teenager erklärten sich unsicher über ihre sexuelle Ausrichtung, wie die Gesellschaft Schweizer Forschungsinformation am Donnerstag mitteilte. Die Forscher hatten über 4.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 20 Jahren befragt.

Achtzig Prozent der Mädels halten sich für veranlagt

Über tatsächliche sexuelle Kontakte mit einer Person des gleichen Geschlechts berichteten 1,5 Prozent der Mädchen und 2,5 Prozent der Burschen. Trotzdem hielten sich bei dieser Gruppe rund 80 Prozent der Mädchen und 65 Prozent der jungen Männer für vorwiegend heterosexuell veranlagt.

Der in anderen Staaten wie Schweden oder den USA beobachtete Trend zu mehr homosexuellen Kontakten zwischen jungen Leuten habe damit in der Schweiz nicht festgestellt werden können. Möglicherweise bestehe hier ein Zusammenhang mit gesellschaftlichen Tabus, die in der Schweiz noch gelten würden. Mit solchen Tabus würden Homosexuelle in die soziale Entfremdung gedrängt. Die Studie fordert eine Verbesserung der Betreuung und Beratung von homosexuell veranlagten Jugendlichen in der Schweiz. (APA/sda)

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