Faschiertes: Viel zu hoher Keimgehalt

19. August 2003, 13:50
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Kärnter AK befand von 26 untersuchten Proben nur 13 qualitativ absolut in Ordnung

Klagenfurt - Die Arbeiterkammer Kärnten hat bei einem Test festgestellt, dass jedes dritte Faschierte zu viele krankheitserregende Keime enthält. Von 26 untersuchten Fleischproben waren fünf verdorben, drei grob wertgemindert. Fünf weitere erfüllten gerade noch die Anforderungen des Lebensmittelgesetzes. Einzig erfreulich: In allen Waren wurde kein Salmonellen-Befall festgestellt.

Offenes und verpacktes Faschiertes

Die Konsumentenberatung der AK Kärnten hat Anfang Juli in Supermärkten und Fleischereien offenes und verpacktes Faschiertes eingekauft und der Lebensmitteluntersuchungsanstalt (LMU) zur Überprüfung übermittelt. Untersucht wurden die Proben auf Genusstauglichkeit, Verbrauchsfristen und eventuellen Salmonellenbefall untersucht.

Von 26 untersuchten Proben nur 13 ok

"Von insgesamt 26 untersuchten Proben waren nur 13 qualitativ absolut in Ordnung", dazu die Leiterin der Konsumentenberatung, Josefine Traunik. Dabei war es unerheblich, ob das Faschierte vom Fleischhauer oder aus dem Supermarkt stammte. In Supermärkten wurden 16 Proben untersucht. Drei waren verdorben und eine wertgemindert. Drei weitere Fleischproben waren gerade noch nicht lebensmittelrechtlich zu beanstanden, wiesen aber bereits leichte Mängel auf. Nur neun Proben waren absolut in Ordnung. Nicht viel besser fiel das Ergebnis in den Fleischhauern aus. Von zehn Produkten waren zwei verdorben, zwei wertgemindert. Weitere zwei wiesen leichte Mängel auf, waren aber lebensmittelrechtlich noch nicht zu beanstanden. Nur vier von zehn Proben waren einwandfrei.

Verdorben

Vier Proben wurden einem Lagerversuch unterzogen. Resultat: Ein Produkt war bereits am Tag des Einkaufs wertgemindert und am Tag der Verbrauchsfrist verdorben. Eine weitere Probe war bereits vier Tage vor Ablauf der Verbrauchsfrist verdorben. Für Verwirrung sorgen die Verbrauchsfristen. Traunik: "Faschiertes zählt zu den schnell verderblichen Produkten. Normalerweise muss es bereits am Herstellungstag verbraucht werden. Damit ist das Herstellungsdatum gleich dem Verbrauchsdatum."

Preisunterschied

Beim AK-Test wurden auch große Preisunterschiede festgestellt. Zahlt man für ein Kilo gemischtes Faschiertes in den Supermärkten durchschnittlich 4,93 Euro, muss man in den Fleischereien hingegen durchschnittlich 6,55 Euro für das gleiche Produkt berappen. "Eine Preisdifferenz, die anhand der schlechten Ergebnisse nicht zu rechtfertigen ist", dazu Traunik. (APA)

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