Irakische Schiitengruppe will islamische Republik gründen

8. August 2003, 17:56
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Mahdi al Awadi: "Wollen keine Verbindung zu anderen Staaten der Region"

Bagdad/Kairo - Eine irakische Schiitengruppe hat sich für die Gründung einer "unabhängigen islamischen demokratischen Republik" im Irak ausgesprochen, die aber nicht dem Muster des Nachbarlandes Iran folgen soll. "Wir wollen einen Staat, der keine Verbindung mit irgendeinem anderen Staat der Region hat", zitierten irakische Medien am Mittwoch den Präsidenten des "Hohen Rates für die Befreiung des Irak", Mahdi al Awadi.

Den von den USA eingesetzten provisorischen "Regierungsrat" nannte Awadi eine "Scheinvertretung, an die wir nicht glauben". Was er sich genau unter einer "islamischen demokratischen Republik" vorstellt, erklärte Awadi nicht. Die US-Armee hatte im Juni einen Fernsehsender in der Schiiten-Hochburg Najaf wegen "Aufrufs zur Gewalt gegen US-Soldaten" geschlossen, an dem Awadi beteiligt war.

In dem Übergangsrat aus 13 Schiiten, fünf Sunniten, fünf Kurden, einem Christen und einer Turkmenin ist die vom Iran unterstützte Schiiten-Bewegung "Oberster Rat für die Islamische Revolution im Irak" (SCIRI) unter Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim vertreten, obwohl der iranische oberste geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei die gesamte islamische Staatenwelt zum kollektiven Widerstand gegen die von den USA errichtete "Kolonialverwaltung" im Irak aufgerufen hatte. Der Sprecher der radikalen Schiitenpartei Al Dawa, Ibrahim al Jafari, hat als Erster den monatlich wechselnden Vorsitz des Übergangsrats übernommen. Auch Al Dawa strebt die Errichtung eines streng islamischen Religionsstaates an. (APA/dpa)

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