Ultranationalist Seselj in Causa Djindjic einvernommen

7. August 2003, 10:01
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Ultranationalist hatte Kontakte zu Mafiabossen - Expertenbericht der Regierung soll bis Mitte August vorliegen

Belgrad/Den Haag - Der serbischer Ultranationalist Vojislav Seselj ist am Dienstag im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals im Fall des ermordeten serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic einvernommen worden, meldeten Belgrader Medien unter Berufung auf Justizminister Vladan Batic. Seselj hatte freundschaftliche Kontakte zu den Mafiabossen im Belgrader Vorort Zemun unterhalten, wo er selbst eine Zeit lang auch Bürgermeister war. Seselj hatte sich kurz vor Ermordung Djindjics selbst dem UNO-Tribunal gestellt. Vor der Abreise aus Belgrad hatte er ein "blutiges Frühjahr" prophezeit.

Eine Expertenkommission der serbischen Regierung, die die eventuellen Unterlassungen des Wachdienstes des ermordeten Regierungschefs untersucht, soll ihren Bericht bis Mitte August der Öffentlichkeit präsentieren. Vizeministerpräsident Zarko Korac, unter dessen Vorsitz die Kommission wirkt, erklärte gegenüber den Medien, dass die Kommission im Laufe ihrer Arbeit 30 Personen angehört habe, zwei weitere hätten die Aussage verweigert. Djindjic war am 12. März am Eingang des Regierungsgebäudes von einem Angehörigen der Spezialpolizeieinheit "Rote Barette" erschossen worden.(APA)

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    Der serbischer Ultranationalist Vojislav Seselj.

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