Ganze Autos bei Forstinger

8. August 2003, 12:05
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Autozubehörkette zwischen Gesundschrumpfen und Expansion

Wien - "Dass wir auch Autos verkaufen werden, ist nicht ausgeschlossen", sagt Karl-Heinz Wörle, neuer Chef der Autozubehörkette Forstinger, "bis Ende das Jahres werden wir das entscheiden." Durch die neuen Richtlinien der EU über den Vertrieb von Automobilen erwarten Experten, das sich neue Kanäle auftun - in Deutschland versucht es der Versandhandel derzeit schon ebenso wie Teile des Lebensmittelhandel.

Das ehemalige Familienunternehmen hat im Frühjahr den 2001 eröffneten Ausgleich plangemäß abgewickelt und ist nun schuldenfrei, so der Bayer Wörle, früher Ikea-, Disney- und Praktiker-Baumärkte-Manager, der von den Neoeigentümern, den Investmentfonds Value Trust (Wien) und Orlando (München) eingesetzt wurde. Laut Wörle werde sich Forstinger künftig auf Teile und Zubehör für Autos und Motorräder konzentrieren, vor allem auf den Reifen-und Felgenmarkt, aber auch auf Pflege und Schmierstoffe sowie Tuning. Die Zeiten, in denen Tierfutter und Gartenstühle bei Forstinger verkauft wurden, seien vorbei. Der Lagerumfang wurde von 34.000 auf 8500 Artikel reduziert, über den Schweizer Partner Derendinger habe man Zugriff auf 200.000 Artikel.

Zweiter Schwerpunkt werde sein, dass Schnellreparaturen von Auspuff, Bremsen und Stoßdämpfern sowie die §57a-Untersuchung ("Pickerl") angeboten werden - die Marke "PS-Markt" werde aber nicht mehr verwendet. Bis Ende des Jahres will Wörl eine "Bestpreis-Garantie" auf alle Waren installieren. Forstinger hat derzeit 113 Filialen in acht Bundesländern, ein Einstieg in Vorarlberg wird geprüft. Genauso wie ein Gang über die östlichen Grenzen - Tschechien, Ungarn, Slowenien oder Slowakei.

Die Investmentfonds wollen binnen fünf Jahren die Forstinger-Einzelhandelsaktivitäten an einen strategischen Investor aus der Branche verkaufen. Derendinger ist ein Kandidat. (szem, Der Standard, Printausgabe, 06.08.2003)

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