Hitze: "Dresscode" etwas lockerer

7. August 2003, 20:03
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Blitz-Umfrage: Auf adäquate Kleidung soll zwar auch im Sommer geachtet werden, die meisten Betriebe vertrauen aber dem Geschmack ihrer Angestellten

Was tun, wenn auch bei 30 Grad im Schatten noch Anzug und Krawatte vom Chef gefordert werden? Laut Fachleuten für "Etikette" sind Jackett und langärmelige Hemden in vielen "konservativen" Unternehmen nach wie vor Standard - auch wenn das Thermometer eigentlich nach viel Luftigerem verlangt. Angestellte in kreativen Berufen können allerdings auch dabei etwa "kreativer" - sprich lockerer - sein als beispielsweise Banker. Und, so zeigte eine APA-Blitzumfrage: Ganz so genau muss es derzeit eigentlich kaum jemand nehmen.

"Cooler" mit Kleidungsvorschrifen umgehen

Grundsätzlich scheint man beispielsweise in Wien im Moment eher "cooler" mit Kleidungsvorschriften umzugehen - Erste Nachfrage, gleich bei den Kleidungsspezialisten vom Modehaus Peek und Cloppenburg (P&C) auf der Mariahilfer Straße. Dort kleidet man sich "abteilungskonform": Anzüge seien zwar in der Herrenabteilung gern gesehen, Miniröcke in der "Boutique" würden aber ebenso toleriert. Es solle lediglich "nett aussehen", umriss eine P&C-Sprecherin die Grundvoraussetzungen.

Leger auch die Werbeagentur Consult4U: Vorschriften gebe es keine, Anzüge würden höchstens bei Kundenterminen getragen. Ansonsten wird alles toleriert. Auf die Frage, ob das auch Miniröcke und Shorts inkludiere, kam die lockere Antwort: "Wir sind eine Werbeagentur."

"Auf die Kleidung achten"

Etwas strenger schon die Buchhandlung Morawa in der City: Auch hier kann sich zwar niemand an das fast schon mythologische Wesen "Kleidungsvorschrift" erinnern, die Angestellten sollten sich aber "für ein Innenstadtgeschäft adäquat" anziehen und auch bei der Hitze "auf die Kleidung achten", so die Auskunft. Bei gar zu groben Verstößen könne man vom Abteilungsleiter "gemahnt" werden.

"Zu auffälig solls nicht sein"

Interessanter Weise trifft der Minirock generell auf weniger Widerstand als erwartet: Es komme nur darauf an, "zu welcher Person der Mini gehört", so Martin Reichhard bei der Uniqa Versicherung. "Zu auffällig" solle das Outfit nicht sein.

Nicht einmal die Bank Austria hält viel von - schriftlichen, wohlgemerkt - Kleidungsregeln. Beim Kundenkontakt sei das "ordentliche Erscheinungsbild" aber wichtig, wird betont. "Bei Geldgeschäften wird einem Angestellten in Sakko und Krawatte eben mehr Vertrauen entgegengebracht als einem in Bermudashorts und Hawaiihemd", so die Erklärung eine Sprechers des Geldinstitutes für die "Verbannung" von Shorts und Minis. Es gebe aber Spielraum für die Angestellten - und "sklavisch" zum Anzug gezwungen werde ohnehin niemand. (APA) (

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