Josip Simunic sorgt für Empörung

20. November 2013, 21:38
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Kroatischer Nationalspieler jubelte nach Erfolg gegen Island mit faschistischer Ustascha-Parole

Teamspieler Josip Simunic hat nach dem Sieg des kroatischen Nationalteams in den WM-Playoffs am Dienstag Abend gegen Island für einen Eklat gesorgt. Der frühere Legionär in der deutschen Bundesliga (HSV, Hertha und Hoffenheim) schrie nach dem Match in Zagreb eine faschistische Ustascha-Parole ins Mikrofon: "Za Dom - Spremni!", was übersetzt "Für die Heimat - Bereit!" heißt. Die faschistische Parole aus dem Zweiten Weltkrieg werden auch die Offiziellen des Weltverbands FIFA nicht überhört haben. Simunic droht eine Sperre.

Während die Szene über Kroatien hinaus für große Aufregung sorgte, bereute der 35-jährige Dynamo-Zagreb-Spieler seine Geste nicht: "Alle, die sich aufregen, sollten lieber die Geschichte studieren. Ich habe nichts Falsches gemacht. Ich wollte das schon immer mal tun. Und mich kümmert es nicht, ob man mich dafür bestrafen kann. Ich bin ein Fan von Kroatien, meiner Heimat", wurde er in kroatischen Medien zitiert. Seine Aktion wurde dort als "Schande" bezeichnet, welche die geglückte Qualifikation für die WM 2014 "kaputt gemacht" habe.

Kroatiens Präsident Ivo Josipovic nannte Simunics Geste "völlig unangebracht". Das Staatsoberhaupt forderte den kroatischen Fußball-Verband auf zu handeln, "wenn er glaubwürdig bleiben will".

Die Ustascha, ein nationalistisch-terroristischer Geheimbund, wurde 1929 in Kroatien gegründet und entwickelte sich zu einer faschistischen Bewegung, die mit dem faschistischen Italien sowie dem nationalsozialistischen Deutschland sympathisierte und zusammenarbeitete.

1941 hatten nach der Zerschlagung Jugoslawiens durch die Hitler-Armee Ustascha-Führer die Herrschaft im neuformierten "Unabhängigen Staat Kroatien" übernommen. Rassengesetze wurden erlassen, die sich gegen Serben, Juden und Roma richteten. Den genozidartigen Verbrechen die folgten, fielen mehrere hunderttausend Menschen zum Opfer. (red, derStandard.at, 20.11.2013)

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    Josip Simunic glaubt, "nichts Falsches gemacht" zu haben.

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