Tote und Verletzte bei Bombenanschlag in Mogadischu

8. November 2013, 22:42
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Autobombe vor beliebtem Hotel in somalischer Hauptstadt - Botschafter getötet

Mogadischu - Bei einem Bombenanschlag sind vor dem Eingang eines Hotels in der somalischen Hauptstadt Mogadischu am Freitag mehrere Menschen getötet worden. Auch der somalische Botschafter in London, Abdulkadir Ali Dhuub, sei unter den Toten, sagte ein Regierungssprecher. Während der Sprecher von vier Toten und 15 Verletzten sprach, gab die Polizei vor Ort die Zahl der Toten mit elf an.

Sicherheitskräfte riegelten die Umgebung des Maka al-Mukarama Hotels umgehend ab. Dieses liegt an einer belebten Straße und gehört zu den teuersten der Stadt. Das Restaurant und das Cafe des Hotels sind bei der politischen Elite beliebt. Medienberichten zufolge hielten sich zum Zeitpunkt des Anschlags mehrere bedeutende Persönlichkeiten in dem Gebäude auf. Ein Mann mit einer Sprengstoffweste wurde am Tatort festgenommen.

Vier bis zwölf Tote

Der somalische Ministerpräsident Abdi Farah Shirdon verurteilte den Anschlag. "Einmal mehr zeigen die Feinde des Friedens der Welt ihr wahres Gesicht", erklärte der Regierungschef. Das Attentat werde aber "den Fortschritt in Mogadischu und ganz Somalia nicht aufhalten". "Diese Terroristen werden uns nicht bezwingen, sondern uns stärker machen", erklärte der Regierungschef.

Ein Regierungsvertreter sagte, der Angriff trage die Handschrift der Shabaab-Miliz. Seinen Informationen nach seien zwischen vier und zwölf Menschen getötet worden, darunter mehrere Polizisten oder Wachleute. Ein Augenzeuge sagte, es seien vor dem Hotel zahlreiche Autos geparkt gewesen und mehrere Regierungsmitarbeiter hätten sich im Innern befunden.

Die Shabaab-Miliz kämpft seit Jahren in Somalia mit Gewalt gegen die Regierung und deren ausländische Unterstützer. Die radikalislamische Bewegung wurde zwar weitgehend aus Mogadischu vertrieben, verübt aber auch dort immer wieder Anschläge. Zudem kontrolliert die Shabaab weiterhin große ländliche Gebiete im Zentrum und im Süden Somalias.

In den vergangenen Jahren verübte die Gruppe auch zunehmend Anschläge außerhalb Somalias. So wird sie für den Überfall auf ein Einkaufszentrum in Kenias Hauptstadt Nairobi verantwortlich gemacht, bei dem Ende September 67 Menschen getötet wurden. Damals hielten mehrere Kämpfer das Gebäude tagelang besetzt. (APA, 8.11.2013)

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