Gewalt in Wiener Kinderheimen: 1320 Entschädigungen

6. November 2013, 17:38
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Bis zu 25.000 Euro Entschädigung, in Ausnahmefällen auch mehr

Wien - Die Aufarbeitung eines dunklen Kapitels in der Geschichte der Wiener Kinderheime läuft weiter: Bis Oktober bekamen laut ORF 1320 Betroffene von Gewalt und Missbrauch vom Weissen Ring eine Entschädigung. Es melden sich aber im Schnitt noch immer 44 Betroffene pro Monat.

Drohungen, massive sexuelle Übergriffe oder Schläge: Insgesamt haben sich bisher 1904 Menschen an den Weissen Ring gewandt, der von der Stadt mit der Abwicklung der Entschädigungszahlungen beauftragt wurde. Neben monetären Zuwendungen gibt es für die Betroffenen auch psychologische Hilfe und Therapien. Jenes Gremium, dass über Leistungen und Zahlungen entscheidet, hat in bisher 33 Sitzungen 1700 Fälle einzeln untersucht, sagte Marianne Gammer, Geschäftsführerin des Weissen Rings zu Radio Wien . Davon wurde in 1320 Fällen finanzielle Unterstützung beschlossen.

Bis zu 25.000 Euro

Die Höhe der Entschädigungszahlungen beträgt bis zu 25.000 Euro, in Ausnahmenfällen auch mehr. 61,2 Prozent der Betroffenen sind Männer. Am häufigsten wurde das Heim am Wilhelminenberg als Ort von Gewalt genannt. Dahinter folgen Eggenburg und die Hohe Warte. Viele Betroffene mussten mehrere Heime durchmachen. Im Schnitt wurden 4,4 Unterbringungen pro Person berechnet. 196 Opfer gaben an, von Pflegeeltern misshandelt worden zu sein. (red, DER STANDARD, 7.11.2013)

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