"Manifest der 343 Dreckskerle"

30. Oktober 2013, 20:31
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Der französische Autor Frederic Beigbeder mobilisiert mit anderen gegen Geldstrafen für Freier

Paris - Prominente um den französischen Erfolgsautor Frederic Beigbeder machen mit einer Petition gegen Pläne mobil, Besuche von Prostituierten unter Strafe zu stellen. "Jeder hat das Recht, wie es ihm beliebt seine Reize zu verkaufen - und es sogar zu mögen", heißt es in der Petition, die im Magazin Causeur veröffentlicht wurde. "Und wir lehnen es ab, dass Abgeordnete uns Normen über unsere Begierde und unsere Lust vorschreiben."

Bis zu 1500 Euro

Frankreichs regierende Sozialisten wollen im Kampf gegen die Prostitution Freier mit einer Geldstrafe von 1.500 Euro belegen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll Ende November in der Nationalversammlung beraten werden.

Keine Frustrierten

Die Unterzeichner der Petition erklären, einige von ihnen seien "zu Huren gegangen, gehen oder werden zu ihnen gehen". "Das heißt nicht, dass wir Frustrierte, Perverse oder Psychopathen sind, wie es die Anhänger einer als feministischer Kampf verkleideten Unterdrückung behaupten." Sie würden niemals mit einer Frau gegen deren Willen Sex haben.

343 Schlampen

Die Petition fordert unter anderem "Fass' meine Hure nicht an" - eine Anspielung an den bekannten Slogan "Fass' meinen Kumpel nicht an" der Anti-Rassismus-Gruppe SOS Racisme. Die Petition ist "Manifest der 343 Dreckskerle" genannt - auch das eine Anspielung: 1971 hatte eine Gruppe von 343 Frauen im Kampf gegen das Abtreibungsverbot öffentlich bekannt, bereits abgetrieben zu haben. Die Frauen, unter ihnen Schauspielerin Catherine Deneuve, wurden später als "343 Schlampen" bezeichnet.

Unpassender Vergleich

Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem kritisierte den Vergleich der Gegner von Geldstrafen für Freier am Mittwoch. "Die 343 Schlampen forderten damals, frei über ihren Körper verfügen zu können. Die 343 Dreckskerle fordern das Recht, über den Körper anderer zu verfügen. Ich denke, das bedarf keines weiteren Kommentars." Im Internet hat die Petition erheblichen Wirbel verursacht. (APA, 30.10.2013)

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