Besser als sein Ruf

Kommentar28. Oktober 2013, 19:11
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Das Eurofighter-System wird aus politischen Gründen nicht optimiert

Aus Manching, dem Sitz der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH, kam Montagnachmittag wieder eine jener Meldungen, die außerhalb der Fachpresse kaum Öffentlichkeit finden: Die Firma Cassidian, die Verteidigungstocher von EADS, hat den Eurofighter mit Fähigkeiten aufgerüstet, die den gleichzeitigen Einsatz verschiedener Bewaffnungen auch unter schwierigen Angriffsbedingungen und bei allen Wetterlagen ermöglichen sollen.

Das gilt für Eurofighter anderer Nationen, wohlgemerkt. Hierzulande ist man schon froh, wenn die 15 Jagdflugzeuge des Bundesheeres ein neues GPS-System bekommen - und wenn sie mit Zusatztanks fliegen dürfen, die eine längere Überwachung des Luftraums erlauben. Selbstschutzsysteme, wie sie bei jedem anderen Kampfflugzeug üblich sind, waren seinerzeit politisch nicht gewollt, damit eine spätere Regierung nicht in Versuchung kommt, die Eurofighter in richtige Kampfeinsätze zu schicken.

Die Selbstbeschränkung bedeutet: Österreich hat mit seinen abgespeckten Eurofightern relativ wenig Leistung eingekauft - sie können Luftpolizei spielen, mehr nicht. Und sie fordern geradezu dazu heraus, sich darüber lustig zu machen. Aber das ist jenen gegenüber, die die Jets betreiben, ungerecht: Sie erbringen eine auch im Vergleich mit Deutschland, das viel mehr technische Probleme hat, respektable Leistung. Das System ist besser als sein Ruf. Aber es wird aus politischen Gründen nicht optimiert. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 29.10.2013)

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