Einsturzgefahr: Neue Donaubrücke ist ein Sanierungsfall

28. Oktober 2013, 15:40
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"New Europe" wurde erst im Mai eröffnet - Behörden fanden mehr als 20 defekte Stellen

Sofia/Bukarest - Die zweite Donaubrücke zwischen Bulgarien und Rumänien, die erst heuer im Mai eröffnet wurde, droht zusammenzubrechen. Die Behörden fanden bei einer Überprüfung mehr als 20 defekte Stellen, erklärte Transportminister Danail Papasow am Montag vor bulgarische Medien. Auch die Beleuchtungsanlage und Ampeln würden nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Der Check wurde initiiert, nachdem erneut ein riesiges Schlagloch auf der Brücke, die Rumänien und Bulgarien für den Straßenverkehr verbindet, entstanden war. Papasow sprach von zahlreichen Rissen im Asphalt und warnte vor der gefährlich schlechten Drainage in den Fundamenten der Brücke, die seit Juli den offiziellen Namen "New Europe" trägt. Das bereite ihm große Sorgen wegen des bevorstehenden Winters.

Baufirma kann nicht zur Verantwortung gezogen werden

Beide Länder müssten selbst für die Sanierungsarbeiten aufkommen, sagte Papasow. Laut dem Transportminister kann die spanische Baufirma FCC nicht herangezogen werden, da ihre Arbeit bereits abgeschlossen und begutachtet worden ist.

"Ich habe im Vertrag mit der Baufirma keine Klausel gefunden, die eine Garantie inkludieren würde, und die uns das Recht gäbe, eine Behebung der ernsten Defekte zu verlangen", sagte Papasow und fügte hinzu: "Die Situation der Brücke auf rumänischer Seite ist viel schlimmer."

Das Bauwerk wurde um ein Investitionsvolumen von 282 Millionen Euro errichtet, 106 Millionen Euro kamen von der Europäischen Union. Die Realisierung des mehrfach verschobenen Projekts war bereits in den 1990er-Jahren geplant. (APA/red, derStandard.at, 28.10.2013)

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    Letzte Arbeiten an der Fahrbahnoberfläche im Mai.

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    Die Brücke im Juni, kurz nach ihrer Eröffnung.

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