Schwaches Sommergeschäft dämpft Wachstum von Onlinehändler Zalando

23. Oktober 2013, 12:20
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Zuletzt auch nicht in neue Märkte expandiert

Der spät einsetzende Sommer hat bei Europas größtem Internet-Modehändler Zalando das Wachstum gedämpft. "Die Sommersaison war nicht leicht. Die Rabatte waren hoch, weil der Sommer so spät kam", sagte Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal 2013 um 70 Prozent auf 437 Millionen Euro, nachdem er im ersten Quartal noch um 74 Prozent gewachsen war.

"Wir sind zuletzt auch nicht in neue Märkte expandiert"

"Wir sind zuletzt auch nicht in neue Märkte expandiert, da sinkt das Wachstum natürlich", erläuterte Ritter. Ein Börsengang von Zalando sei eine mittelfristige Möglichkeit, bekräftigte der Manager. "Es steht derzeit nicht an, aber es ist eine Option für die Zukunft, auf die wir das Unternehmen vorbereiten."

Jedenfalls gebe es seitens der Investoren ein großes Interesse am auf Schuhe, Bekleidung und Accessoires spezialisierten Onlinehändler, sagte Ritter. Zuletzt war der kanadische Lehrer-Pensionsfonds OTPP (Ontarios Teachers' Pension Plan) mit zwei Prozent bei Zalando eingestiegen. Für weitere zwei Prozent sucht Zalando noch einen Investor. Einen Bericht des Magazins "Der Spiegel", ein großer US-Pensionsfonds könnte den Anteil übernehmen, wollte Ritter nicht kommentieren. Die größten Zalando-Gesellschafter sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, der European Founders Fund der Investoren-Brüder Samwer sowie der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen.

Wettbewerb

Zalando wurde 2008 gegründet, wächst seitdem rasant und macht Modeketten wie Zara oder H&M gleichermaßen Konkurrenz wie Versandhändlern, etwa Otto oder Amazon. Den direkten Wettbewerber, den britischen Internet-Modehändler ASOS, hat er beim Umsatz bereits überholt. Aber während ASOS am Mittwoch für das Ende August abgelaufene Geschäftsjahr vor Steuern einen Gewinn von 64 Mio. Euro bekanntgab, machte Zalando 2012 operativ rund 80 Mio. Euro Verlust.

Kleider und Schuhe sind in den meisten europäischen Ländern mittlerweile die beliebtesten Produkte im Online-Handel. Das Marktforschungsunternehmens Mintel erwartet, dass dieser Markt im laufenden Jahr um 14 Prozent auf 38 Mrd. Euro wächst. Zalando könnte in der Kategorie Mode und Schuhe in Europa den Online-Händler Amazon schon 2013 überholen, schätzt Mintel-Experte John Mercer. Zalando profitiere von der größeren Zahl an länderspezifischen Websites. Da müssten ASOS und Amazon noch zulegen, so Mercer. (APA, 23.10. 2013)

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