CO2 und Kosten sparen im sauberen Fuhrpark

27. Oktober 2013, 17:00
52 Postings

Nicht nur Kosten zählen. Immer mehr Firmen schauen auch darauf, dass die Flotte umweltverträglich unterwegs ist

Kosteneffizienz ist für die meisten Unternehmen das wichtigste Kriterium für die fuhrparkeigenen Fahrzeuge. Immer mehr Firmen schauen jedoch auch darauf, dass die Flotte umweltverträglich unterwegs ist. Das reduziert nicht nur den CO2-Ausstoss, sondern kann sich auch in der Firmenbilanz durchaus positiv niederschlagen, erklärt Klimaberater Markus Schuster von der Umweltinitiative klima:aktiv mobil der österreichischen Lebensministeriums.

"Auch wenn Elektrofahrzeugen in der Anschaffung vielleicht etwas teurer sind als vergleichbare Diesel und Benziner, sind sie umweltfreundlicher, weil der Strom in Österreich wegen des hohen Wasserkraftanteils ein Guter ist. Zudem leisten alle Benutzer einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion, und die Betriebskosten sind ebenfalls günstiger als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit regulärem Antrieb."

Breite Palette alternativer Antriebe

Die Palette an alternativ betriebenen Fahrzeugen, ob ein- oder zweispurig, ist breit: Von pflanzlichen Treibstoffen wie Biodiesel und Pflanzenöl reicht das Angebot über Erd- und Biogas bis hin zur Elektromobilität. Wer einen Umstieg plant, sollte sich vorab überlegen, ob er seinen bestehenden Fuhrpark umrüsten will oder lieber auf neue Fahrzeuge setzt. "Am Markt erhältliche Erdgasfahrzeuge sind preislich nicht teurer als vergleichbare Diesel und Benziner", sagt Klimaberater Schuster. Angst, dass man damit wegen mangelnder Tankmöglichkeiten auf der Strecke liegen bleibt, muss niemand haben: "Die meisten Modelle sind bivalent und haben auch einen Benzin- oder Dieselantrieb dabei."

Elektromodelle hingegen sind eher für Unternehmen sinnvoll, die kürzere Distanzen zurücklegen. "Die PKW haben eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometer, dann müssen sie aufgeladen werden", so Schuster. Rund 3.300 Ladestationen gibt es österreichweit, Ladezeiten betragen bis zu acht Stunden. "Sinn macht es natürlich, das Fahrzeug dort aufzuladen, wo sich der Fahrzeugnutzer länger aufhält", sagt Schuster, „etwa am Firmen- oder Wohnort oder auch an Bahnhöfen oder Park+Ride-Anlagen." Pro 100 Kilometer fallen zwischen 15 und 20 Kilowattstunden an, der Preis dafür beträgt etwa 15 Cent pro kwH.

Ein Vorreiter bei Elektrofahrzeugen ist die Österreichische Post AG. Sie will für ihre "E-MobilityPost"-Flotte bis zum Jahr 2015 über 1.000 ein- und mehrspurige Elektrofahrzeuge anschaffen. Die Energiekosten des Verteilerzentrums sollen damit um zehn Prozent reduziert werden und andere Unternehmen zum CO2-Sparen animieren, erklärt Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth.

Vorausschauendes Fahren ist wichtig

Wer auf Erdgas setzt, findet in Österreich etwa 180 öffentliche Erdgastankstellen. "Wenn Sie mit alternativ betriebenen Fahrzeugen unterwegs sind, müssen Sie natürlich vorausschauender fahren", sagt Schuster. "Da heißt es im Vorhinein überlegen, wo gibt es eine Tankmöglichkeit und welche Route passt dazu." Bereits mit der Umstellung auf Erdgas begonnen hat die Coca Cola HBC GmbH in Wien. Damit werden 157 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Auch spritsparendes Fahren wird groß geschrieben, betont Fuhrparkleiter Wolfgang Schrempf: "Durch gezielte Information über Eco-Driving, also vorausschauendes Fahren bei niedriger Drehzahl, kann der Treibstoffverbrauch um bis zu zehn Prozent gesenkt werden."

Schulungen in umweltfreundlichem Fahren werden österreichweit angeboten und vom Lebensministerium gefördert, sagt Umweltexperte Schuster: "Ein Tagestraining im PKW-Bereich kostet ca. 120 Euro. Sie können damit rechnen, dass Sie damit etwa zehn Prozent Treibstoffeinsparung erreichen können." Auch für Busse und LKW lohnt sich ein solches Training. So wurden beispielsweise alle 2.800 Fahrer der österreichischen Postbus AG in spritsparendem Fahren geschult und ein Spritsparwettbewerb durchgeführt. Geschäftsführer Christian Eder ist überzeugt von dem Projekt: "Diese Veranstaltung soll über den Wettbewerb hinaus in erster Linie Bewusstsein schaffen für ökonomisches, ökologisches und Ressourcen schonendes Fahren und die Lenker in der sicheren und bewussteren Nutzung ihres Fahrzeugs trainieren."

Geförderter Umstieg auf alternative Energien

Eine kostensparende Option, die zudem noch CO2 spart, ist die Anschaffung von Tourenoptimierungssystemen. Sie helfen, Leerfahrten zu vermeiden, berichtet Schuster: "Meistens amortisieren sich diese Systeme binnen drei Jahren, manchmal auch schon früher." Beim Möbelhändler Lutz hat in Oberösterreich ist man von den Vorteilen überzeugt: "Unser Tourenplanungssystem ermöglicht uns das Planen von wirtschaftlichen Strecken und die bestmögliche Auslastung unserer Fahrzeuge", erzählt Heimo Steiner, der seit sieben Jahren den Fuhrpark betreut.

Sämtliche Maßnahmen, von der Umrüstung bestehender Fahrzeuge über die Umstellung von ganzen Fuhrparks auf alternativen Betrieb wie auch die Durchführung von Spritspartrainings werden vom Lebensministeriums im Rahmen der Klimaschutzinitiative klima:aktiv mobil gefördert. Je nach Fahrzeugklasse und Antriebsart gibt es 200 Euro bis 4.000 Euro pro Fahrzeug, Fahrtrainings werden mit 25 Euro unterstützt. Für Umweltminister Niki Berlakovich ist der Umsteig eine Investition in die Zukunft: "Der Verkehr ist zu 95 Prozent vom importierten Erdöl abhängig und für 30 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Für den Klimaschutz und die Energiewende brauchen wir dringend alternative Mobilitätslösungen." (Barbara Oberrauter, 27.10.2013, derStandard.at)

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wer auf Erdgas setzt, findet in Österreich etwa 180 öffentliche Erdgastankstellen.

Share if you care.