Waldbrände in Kanada teilweise unter Kontrolle

5. August 2003, 15:01
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"Feuer-Tourismus" - Wirkliche Besserung der Situation erst nach Dauerregen erwartet

Feuerwehrleute und Soldaten haben die Waldbrände im Westen Kanadas so weit unter Kontrolle gebracht, dass knapp 3.000 Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten. Allerdings sind noch immer Dutzende Gemeinden durch das Feuer noch immer von der Außenwelt abgeschnitten - und ihre 7.000 bis 8.000 Bewohner ohne die gewohnte Unterkunft, wie der kanadische Rundfunk am Montagabend (Ortszeit) berichtete. Demnach wurden am Dienstag die 322 Waldbrände in der Provinz British-Columbia von mehr als 2.000 Feuerwehrleuten am Boden und zusätzlich von 37 Flugzeugen aus bekämpft.

Die ersten Heimkehrer konnten am späten Montag in ihre Häuser in Rayleigh und Heffley Creek zurückkehren, zwei Vororten der Stadt Kamloops rund 300 Kilometer nordöstlich von Vancouver. Andere hatten keine Information darüber, ob die Feuersbrunst ihre Häuser zerstört haben könnte. Die Flammen hatten sich am Wochenende mit bis zu acht Stundenkilometern und Temperaturen um 1.000 Grad Celsius ihren Weg durch die kanadischen Rockies gebahnt.

"Feuer-Tourismus"

Mittlerweile bereitet das Phänomen des "Feuer-Tourismus" der Polizei und dem Militär zunehmend Sorgen. "Wir sehen Menschen über die Schnellstraße laufen und ihre Autos an Stellen parken, die viel zu nahe am Feuer sind", klagte ein Polizist in Kamloos. Manche stoppen demnach mitten auf der Straße, um die Feuersbrunst mit ihrer Kamera ins Visier zu nehmen.

Eine Besserung der Lage dürfte nach Meinung der Provinzregierung erst mit einem fünf- bis sechstägigen Dauerregen kommen. Der aber wird nach Voraussage der Meteorologen vorerst noch auf sich warten lassen. Die kommenden Tage sollen dem Westen Kanadas Temperaturen um 35 Grad Celsius und heftigen, vor allem aber trockenen Wind bescheren. (APA/dpa)

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