Exilkubaner fordern Bush zur Einlöse der Wahlversprechen auf

4. August 2003, 19:55
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Aktivere Unterstützung von Dissidenten und Ausbau der Reichweite von Anti-Castro-Sendern

Miami - Führende Vertreter der Exilkubaner in den USA haben am Sonntag von US-Präsident George W. Bush die Einlösung seiner Wahlversprechen gefordert. Bisher unterscheide sich Bushs Kuba-Politik kaum von der seines Vorgängers Bill Clinton, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten offenen Brief. Darin fordern die Unterzeichner unter anderem, die Reichweite der Radio- und Fernsehsender, die von den USA auf die Insel ausstrahlen, zu verbessern und die Dissidenten in Kuba noch aktiver zu unterstützen.

"Während des vergangenen Wahlkampfes und dann erneut während Ihres Besuches in Miami im Mai 2002 hörten wir von Ihnen Worte, die große Erwartungen weckten auf eine Änderung der Kuba-Politik, die in kurzer Zeit ein freies und demokratische Kuba schaffen würde", heißt es in dem Brief. In den vergangenen Wochen hatte es in Miami (Florida) schon wiederholt lautstarke Proteste gegen die Rücksendung von kubanischen Bootsflüchtlingen nach Kuba gegeben. Zum ersten Mal wurden Mitte Juli auch Bootsentführer nach Kuba zurückgeschickt, nachdem die Regierung in Havanna zugesichert hatte, dass niemand zu mehr als zehn Jahre Gefängnis verurteilt würde.

Im Großraum Miami leben rund 600.000 Bürger kubanischer Abstammung. Sie gelten traditionell als treue Wähler der republikanischen Partei Bushs. (APA/dpa)

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