Schweden: Plädoyer des Premiers für Einführung des Euros

6. August 2003, 18:23
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Euro-Gegner sind sechs Wochen vor Referendum in Umfragen 14 Prozentpunkte vor Befürwortern

Björkvik - Mit einem Plädoyer für den Euro hat der schwedische Ministerpräsident Göran Persson rund sechs Wochen vor dem Referendum für die Einführung der europäischen Währungseinheit geworben.

Analysten vermissten in Rede neue Argumente

Die Vorbehalte der Euro-Gegner, die in Umfragen rund 14 Prozentpunkte vor den Befürwortern liegen, versuchte der Regierungschef am Sonntag in einer Rede in Björkvik zu zerstreuen: "Der Euro ist gut für die Wirtschaft." Ein besserer Schutz vor Spekulation werde bessere Voraussetzungen für Wachstum und Beschäftigung schaffen. Zudem würden die Wohnkosten zurückgehen und die Lebensmittelpreise fallen. Analysten vermissten in der Rede neue Argumente und spekulierten, dass Persson möglicherweise selbst nicht mehr mit einem Ja rechne.

"Auch wenn er noch nicht aufgegeben hat, so geht er doch zu einer Argumentation über, um sich für den Fall eines Neins zu verteidigen", sagte Mats Kinnwall von Handelsbanken.

Stabilitätsfaktor in wirtschaftlich unsicheren Zeiten

Persson hatte in seiner volkstümlich geprägten Sommerrede vor rund 1500 Zuhörern in dem dörflich geprägten Ort Björkvik den Euro als Stabilitätsfaktor in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gepriesen: "Es ist sicherer, Teil einer größeren Währung zu sein als allein zu sein auf den stürmischen Spekulationsmeeren der internationalen Finanzmärkte."

Die Schweden stimmen am 14. September über den Euro-Beitritt ab. Viele Euro-Skeptiker in Schweden misstrauen den Argumenten der Befürworter, die die Schaffung von 100.000 neuen Arbeitsplätzen und eine spürbare Erhöhung des verfügbaren Einkommens in Aussicht stellen. Auch ein Zuhörer in Björkvik, der sich mit einem "Nein"-Anstecker als Euro-Gegner zu erkennen gab, blieb skeptisch: Der Euro wird zu höheren Preisen führen. Das ist doch woanders auch überall so gewesen." (APA/Reuters)

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