Washington verlangt Visa für Transitreisen

5. August 2003, 06:16
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Visaregeln verschärft - Minister für Innere Sicherheit: "Aggressive" Maßnahme sei "angemessene Antwort" auf Gefahr

Washington - Aus Furcht vor neuen Anschlägen hat die US-Regierung zwei Transitprogramme gestoppt, die ausländischen Flugzeugpassagieren bisher einen Zwischenstopp in den USA ohne Visum erlaubten. Diese Regelung werde mit sofortiger Wirkung für zwei Monate aufgehoben, teilte das Ministerium für Innere Sicherheit am Samstag in Washington mit. Bisher wurden Fluggäste auf Weiterreise in ein anderes Land ohne Visum in den Transitbereich von US-Flughäfen gelassen.

Wer mit dem "Transit Without Visa"-Programm reiste, durfte Inlandsflüge nutzen und bis zu zwei US-Flughäfen anfliegen. Ab sofort dürfen Passagiere US-Boden ohne Visum nicht mehr betreten. Die Entscheidung soll nach 60 Tagen überprüft werden.

"Aggressive" Maßnahme sei "angemessene Antwort" auf Gefahr

Nach Angaben der US-Regierung werden in den kommenden zwei Monaten voraussichtlich rund 6000 Reisende von der Neuregelung betroffen sein. Für Fluggäste, die bereits ein Ticket besitzen, soll es Übergangslösungen geben. Die Programme wurden bisher vor allem von Passagieren aus Lateinamerika und Asien bei Reisen auf den jeweils anderen Kontinent genutzt. Im vergangenen Jahr profitierten davon rund 800.000 Fluggäste. Der Minister für Innere Sicherheit, Tom Ridge, sagte, der Stopp der Programme sei zwar eine "aggressive" Maßnahme, aber auch eine "angemessene Antwort" auf die Gefahr neuer Terroranschläge.

Die US-Regierung hatte am Dienstag vor neuen Anschlägen nach dem Muster des 11. September 2001 gewarnt. Geheimdienstberichten zufolge wollen Terrororganisationen wie El Kaida vor allem die Transitprogramme nutzen, um sich Zutritt zu US-Flughäfen zu verschaffen und Flugzeuge entführen zu können. Die Programme bilden nach Ansicht von Experten eine Sicherheitslücke, weil Fluggäste ohne Visum vor ihrer Einreise nicht überprüft werden. (APA/AFP)

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